Schwieriges Amt: rbb-Rundfunkrat wählt Ralf Roggenbuck zum Vorsitzenden

23.09.2022
 

Er tritt die Nachfolge von Friederike von Kirchbach an, die ihr Amt im August niederlegte: Der Rundfunkrat des krisengeschüttelten ARD-Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg hat Ralf Roggenbuck zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Roggenbuck, hauptberuflich Staatsanwalt, kündigt an, die Leitungsebene des RBB zu verschlanken.

Ralf Roggenbuck (57) ist seit 2019 in dem Aufsichtsgremium vertreten und vom Deutschen Beamtenbund Berlin und dem Deutschen Beamtenbund Brandenburg entsandt. Hauptberuflich ist Roggenbuck Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Potsdam.

Zur stellvertretenden Vorsitzenden wählte der Rundfunkrat Anja-Christin Faber (47), entsandt vom Landesfrauenrat Berlin e. V. und vom Frauenpolitischen Rat Brandenburg e. V. Anja-Christin Faber ist seit 2019 Mitglied im rbb-Rundfunkrat.

Ralf Roggenbuck zu seiner neuen Führungsaufgabe:

"Es freut mich sehr, dass mir die Mitglieder des Rundfunkrates zutrauen, dieses schwierige Amt die verbleibenden fünf Monate auszuüben. Zuerst einmal gilt natürlich mein Dank meiner Vorgängerin Frau von Kirchbach, die die letzten Jahre den Rundfunkrat mit großem Engagement geleitet hat. Ich übernehme das Amt des Rundfunkratsvorsitzenden zu einem Zeitpunkt, an dem sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einer schweren Krise befindet. Dem Rundfunkrat obliegt jetzt die Aufgabe, der neuen Interimsintendantin Frau Dr. Vernau zur Seite zu stehen und sie bei der Lösung der anstehenden, vielfältigen Probleme zu beraten und zu unterstützen. Neben der notwendigen Verschlankung der Leitungsebene gilt es das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück zu gewinnen und den rbb zukunftsfähig aufzustellen. Zu der Zukunftsfähigkeit gehört dabei auch, das Projekt Digitales Medienhaus auf den Prüfstand zu stellen. Zuvorderst gilt es aber die beiden Kontrollgremien zu stärken und neu aufzustellen. Der Rundfunkrat wird hierzu Vorschläge zur anstehenden Änderung des rbb-Staatsvertrags beraten und seine abschließende Stellungnahme an die beiden Länderparlamente weiterleiten."

Hintergrund: Der rbb-Rundfunkrat setzt sich in der aktuellen Wahlperiode aus 28 Mitgliedern zusammen. In einer vierjährigen Amtszeit vertreten sie das öffentliche Leben und damit die Bürgerinnen und Bürger Berlins und Brandenburgs. Ausdrücklich sind sie nicht als Interessenvertreter ihrer entsendenden Organisationen im Gremium vertreten, sondern repräsentieren die Gesellschaft insgesamt. Zu den wichtigsten Aufgaben des Rundfunkrates gehört es, die Intendantin oder den Intendanten des Senders zu wählen, in allgemeinen Programmangelegenheiten zu beraten sowie die Einhaltung der Programmgrundsätze zu überwachen. Die Wahlperiode endet im Februar 2023.

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