Laut WiWo: ProSiebenSat.1-Aufsichtsratschef Wiele soll mit italienischem Großaktionär gesprochen haben

07.10.2022
 

In dem kühlen Verhältnis zwischen dem Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 und seinem italienischen Großaktionär MediaForEurope (MFE) gibt es der WirtschaftsWoche zufolge eine Annäherung. Eine Rolle soll dabei der ehemalige Springer-Vorstand Andreas Wiele spielen.

Aufsichtsratschef Andreas Wiele habe sich in den vergangenen Monaten mit MediaForEurope-Finanzvorstand Marco Giordani getroffen, berichtet die Wirtschaftswoche am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise.

ProSiebenSat.1-Vorstandschef Rainer Beaujean hat am Dienstag überraschend sein Amt niedergelegt, der Aufsichtsrat berief den früheren RTL-Chef Bert Habets zum 1. November zu seinem Nachfolger, der seit Mai Mitglied des Aufsichtsrats von ProSiebenSat.1 ist (kress.de berichtete). Eine Unternehmensprecherin sagte, die Berufung von Habets stehe in keiner Weise mit einem möglichen Einfluss von MFE in Verbindung, dem TV-Unternehmen des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Gespräche könnten auf eine Änderung des bisherigen Kurses von ProSiebenSat.1 hindeuten. MFE strebt einen europäischen Senderverbund an, Beaujean wie auch Wieles Vorgänger Werner Brandt standen dem reserviert gegenüber. MFE hatte seine Beteiligung an ProSiebenSat.1 im Frühjahr auf mehr als ein Viertel erhöht und kürzlich ein eigenes Büro in München eröffnet.

Zur Person: Andreas Wiele war über Jahrzehnte für den Medienkonzern Axel Springer in Berlin (Bild, Welt) tätig. 2020 gab er nach fast 20 Jahren sein Vorstandsmandat auf und schied aus dem Konzern aus. Seit 2000 verantwortete er als Mitglied im Springer-Vorstand zahlreiche Ressorts. Zuletzt war er Vorstand für das Segment Classifieds Media - also Internet-Rubrikengeschäfte. Wiele wechselte dann zu dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR).

Seit seinem Ausscheiden bei Axel Springer im Mai 2020 ist Wiele als Unternehmensgründer und Business Angel aktiv. Darüber hinaus war er als Senior Advisor des weltweiten Tech/Media- und Telekomgeschäftes von KKR tätig. Der US-Finanzinvestor war 2019 mit Springer eine Partnerschaft eingegangen und stieg als Großinvestor ein. Der Konzern zog sich von der Börse zurück, das gemeinsame Ziel: schneller in den digitalen Geschäften wachsen.

KKR hielt seit 2020 auch Aktien beim Medienkonzern ProSiebenSat.1, verkaufte den wesentlichen Teil aber 2021. KKR war schon vor Jahren einmal bei ProSiebenSat.1 aktiv gewesen und hatte zeitweise Anteile gehalten.

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