Cyber-Angriff: "Heilbronner Stimme" erscheint nur online

 

Wegen eines Cyber-Angriffs ist die "Heilbronner Stimme" am Montag nicht gedruckt, sondern nur als E-Paper erschienen. Hinter der Attacke stecken vermutlich einschlägig bekannte Täter.

Die Stimme Mediengruppe ist am frühen Freitagmorgen Opfer des Cyber-Angriffs geworden, so dass bereits die Samstagszeitung nur als sechsseitige Notausgabe gedruckt werden konnte. "Wir sind nur noch über Handy erreichbar. Mails und Produktionssysteme sind lahmgelegt", schrieb Uwe Ralf Heer, Chefredakteur der "Heilbronner Stimme", daraufhin bei Twitter. Am Montag erschien dann nur noch eine 28 Seiten starke, kostenlos zugängliche E-Paper-Ausgabe mit einem einheitlichen Lokalteil. Wann wieder eine Tageszeitung gedruckt werden könne, sei noch nicht absehbar, heißt es darin.

Von der Attacke betroffen sind neben Redaktion und Druck auch der Postdienstleister Regiomail und das Anzeigenblatt "Echo". Das Verteilen von Fremdzeitungen wie "Stuttgarter Zeitung" und "Süddeutscher Zeitung" war ebenfalls nicht möglich. Die Online-Angebote www.stimme.de und www.echo24.de laufen hingegen weiter. 

Laut Unternehmen liegt ein Bekennerschreiben vor, was auf einen Erpressungsversuch hindeute. Es handle sich mutmaßlich um eine bekannte Tätergruppe. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Ein "Cyber-Interventionsteam" eines Münchner Sicherheitsunternehmens arbeitet laut der Mediengruppe derzeit gemeinsam mit der eigenen IT an der Wiederherstellung der Systeme.

Die Stimme Mediengruppe ist in der Verlagsbranche nicht das erste Opfer einer Cyber-Attacke: Im Dezember 2020 konnten die Zeitungen der Funke Mediengruppe deswegen zeitweise nur in Notausgaben erscheinen. Und im Februar 2022 registrierte man bei Funke und der "Frankfurter Rundschau" (Ippen) Internetangriffe auf die Zeitungs-Websites aufgrund der Ukraine-Berichterstattung.

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