Gütliche Einigung gescheitert: "Bild"-Mann Ralf Schuler wirft die Brocken hin

 

Schon im August hat Ralf Schuler, Leiter der Parlamentsredaktion von "Bild", seinen Abgang angekündigt. Weil er sich mit seinem Arbeitgeber nicht gütlich einigen konnte, hat er nach eigenen Angaben jetzt fristlos gekündigt.

Schuler hat seine Noch-Kollegen von "Bild" am Mittwoch über diesen Schritt informiert. Seine Mail liegt kress vor. Das ist ihr Wortlaut:

"Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich wünschte, es hätte eine andere Lösung gegeben... Weil es nicht möglich war, eine gütliche Einigung mit dem Verlag über mein Ausscheiden zu finden, habe ich heute fristlos gekündigt. Den Rest werden jetzt die Juristen klären. Es hätte für beide Seiten bessere Lösungen gegeben, davon bin ich fest überzeugt, aber Sprachlosigkeit ist nun mal keine Antwort.

Weil es nun so kurzfristig kam, auf diesem Weg herzlichen Dank für Kollegialität und Professionalität und atemberaubende Jahre im besten Team der Welt! Und die Abschiedsparty holen wir nach, sobald es einen festen Schlusspunkt gibt. Versprochen!"


Schuler hatte seinen Abschied von "Bild" im August in einem Brief an Axel-Springer-Boss Mathias Döpfner angekündigt, der prompt seinen Weg zum Magazin "Cicero" fand. Der "Bild"-Mann begründete seinen Schritt damals politisch: Er kritisierte in dem Brief einen zu unkritischen Umgang des Konzerns mit der LGBTQ-Bewegung und eine Richtungsentscheidung der Führungsetage, sich auf die Seite der Queer-Aktivisten zu schlagen. Döpfner hatte zuvor in einem Brief an die Mitarbeiter einen Gastkommentar in der "Welt" zum Thema Geschlechtervielfalt ("Wie ARD und ZDF unsere Kinder indoktrinieren") als intolerant und ressentimentgeladen gegeißelt.

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