Streit um SWR-"Newszone"-App: Zeitungsverleger werfen Sender Tricksereien vor

 

16 Zeitungsverlage aus dem Südwesten kritisieren den SWR, weil er Inhalte seiner App "Newszone" weiterhin verfügbar macht. Die App selbst hat das Landgericht Stuttgart am Freitag vorerst aus dem Verkehr gezogen.

"Wir sind der Ansicht, dass allein die Ausspielung der Inhalte von Newszone auf die Microsite dasding.de/newszone und bei TikTok die Nachrichteninhalte von Newszone als eigenständiges Angebot fortführt", sagte der Verleger der "Badischen Zeitung", Wolfgang Poppen, der dpa. Dadurch liege "eine technische Umgehung des Verbotstenors vor".

Die 16 Verlage aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz prüfen daher nach Poppens Angaben, ob dieses Vorgehen ein Verstoß gegen die Verbotsverfügung des Landgerichts Stuttgart vom vergangenen Freitag ist. Das Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen den SWR erlassen, weil das Angebot von "Newszone" zu textlastig und damit rechtswidrig gewesen sei. Der SWR will gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Die App ruht seitdem, der öffentlich-rechtliche Sender lässt die Inhalte aber anderswo weiter laufen.

Der SWR hat die Nachrichten-App für ein junges Publikum zwischen 16 und 25 Jahren im April gestartet. Die 16 Verlage aus dem Südwesten zogen dagegen vor Gericht, weil "Newszone" aus ihrer Sicht "presseähnlich" und damit unzulässig ist. Das Landgericht Stuttgart bestätigte diese Position.

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