Exklusiv: Wie der BR mit Immobiliengeschäften Millionen verlor

 

Katja Wildermuth, Intendantin des Bayerischen Rundfunks, muss derzeit ungeschickte Immobiliengeschäfte aufarbeiten. Aus der kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen".

Auszug aus der Kolumne "Aus unseren Kreisen" im aktuellen kress pro:

Wie gut bewirtschaftet der BR seine Immobilien?

Mäßig bis schlecht. Der Bayerische Oberste Rechnungshof hat den Bayerischen Rundfunk (BR) geprüft und dabei auch das "Sondervermögen für die Altersvorsorge" unter die Lupe genommen. Darin ist aufgeführt, dass der BR einen Immobilienbesitz von derzeit rund 70,2 Millionen Euro für Vorsorgezwecke hält. Zu Anschaffungspreisen, wohlgemerkt.

Und hier liegt auch schon der Hase im Pfeffer. Denn zwischen 2013 und 2018 hat der BR insgesamt sieben Immobilien verkauft. Obwohl die Anstalt die Objekte bereits zwischen 1978 und 2000 gekauft hatte, brachte der Verkauf mit 43,9 Millionen Euro rund 6,6 Millionen Euro weniger ein, als der Erwerb seinerzeit gekostet hatte. Allein bei vier Objekten, die der BR nach rund 20 Jahren veräußerte, musste man einen Verlust von 46 Prozent bezogen auf die Erwerbskosten hinnehmen. "Die durchschnittliche Wertentwicklung des Immobilienmarkts in Bayern ist gegenläufig", halten die Prüfer des Rechnungshofes kühl fest und gaben der Führung um Intendantin Katja Wildermuth Ratschläge mit auf den Weg, um künftig mit Immobilien bessere Ergebnisse zu erwirtschaften.

Der BR dagegen teilte mit, Investitionen seien "immer Risiken unterworfen, deren Realisierung sich erst im Rückblick zeige".

[...] kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand widmet sich in seiner aktuellen kress pro-Kolumne auch diesen Fragen: Lässt es Axel Springer in den USA auf einen Prozess ankommen? Wie kommuniziert die Bauer Media Group Entlassungen? Wie hat Julia Jäkel die Kurve gekriegt? Wie viel haben die Frauen bei der Zeit wirklich zu sagen? Jetzt in kress pro lesen.

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