Umstrittenes Boni-System: RBB-Chefin will Anzahl der außertariflichen Verträge reduzieren

11.11.2022
 
 

Die Interims-Intendantin des in die Krise geratenen Rundfunks Berlin-Brandenburg, Katrin Vernau, will die absolute Anzahl der außertariflichen Verträge in dem ARD-Sender verringern. Inmitten der RBB-Affäre geriet auch die Bezahlung von Führungskräften und vor allem ein undurchsichtiges Boni-System im Sender in die Kritik.

RBB-Interims-Intendantin KAtrin Vernau kündigte den Schritt am Donnerstag in der Rundfunkratssitzung in Potsdam an. Man werde dem RBB-Kontrollgremium Verwaltungsrat Anfang Dezember einen entsprechenden Vorschlag vorlegen.

Vernau betonte, damit wolle man darauf hinwirken, dass es im RBB im Vergleich zu anderen ARD-Häusern nicht mehr deutlich überproportional viele außertarifliche Stellen gebe. Im Oktober hatte Vernau in einer Sitzung im Abgeordnetenhaus Berlin von 25 außertariflich Beschäftigten im Sender gesprochen. Man wolle auch künftig klar definierte Kriterien für außertariflich bezahlte Jobs festlegen. Die Vergütungssystematik soll für die Beschäftigten und die Öffentlichkeit nachlesbar sein.

Inmitten der RBB-Affäre rund um Vorwürfe der Vetternwirtschaft und des Filzes gegen die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger und den zurückgetretenen Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf, die beide zurückwiesen, geriet auch die Bezahlung von Führungskräften und vor allem ein undurchsichtiges Boni-System im Sender in die Kritik. Mittlerweile hätten alle außertariflich bezahlten Angestellten ersatzlos auf künftige Bonus-Zahlungen verzichtet, sagte Vernau. Das Bonus-System sei inmitten der RBB-Krise zum Inbegriff von Intransparenz und Ungerechtigkeit geworden. Der Verwaltungsrat hatte schon deutlich gemacht, dieses abschaffen zu wollen.

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