Prozess in den USA abgewendet: Springer einigt sich außergerichtlich mit Ex-Mitarbeiterin

 

Die ehemalige "Bild"-Journalistin hatte dem Konzern vorgeworfen, sexuelle Belästigungen durch ihren Chefredakteur Julian Reichelt geduldet zu haben, und deswegen Schadenersatz verlangt. Warum Springer einen Prozess in den USA vermeiden wollte.

Von dem Ausgang des Rechtsstreits hat zuerst "Medieninsider" berichtet. Durch die außergerichtliche Einigung vermeidet Axel Springer einen unangenehmen und womöglich teuren Prozess vor einem kalifornischen Gericht.

Die frühere "Bild"-Mitarbeiterin hatte eine Affäre mit ihrem Chef Julian Reichelt, die Anfang 2021 auch Thema des Springer-internen Compliance-Verfahrens zu einem möglichen Machtmissbrauch des "Bild"-Chefs war. Reichelt überstand das Verfahren, musste aber nach Erscheinen von weiteren Presseberichten über sein fragwürdiges Verhalten gegenüber Mitarbeiterinnen im Oktober 2021 gehen. Im August 2022 reichte die Frau vor einem Gericht in Los Angeles eine Zivilklage gegen Axel Springer ein. Sie warf dem Konzern vor, er habe sexuelle Belästigungen durch Reichelt geduldet. In den USA konnte sie klagen, weil sie zeitweise aus Kalifornien für das Springer-Blatt berichtet hatte. 

Dass Springer sich nun auf einen Vergleich einlässt, kommt nicht überraschend: "Für den Medienkonzern ist das Thema höchst unangenehm, weil es ein wesentlicher Teil seiner Strategie ist, in den USA Fuß zu fassen", schrieb "kress pro"-Chefredakteur Markus Wiegend im Oktober in seiner Kolumne "Aus unseren Kreisen". "Eine öffentlichkeitswirksame Schlammschlacht mit den süffigen Details, wer wann Sex mit wem hatte, wie in der Klageschrift minutiös ausgebreitet wird, ist dabei nicht sehr hilfreich. Verlockend wäre daher eine außergerichtliche Einigung."

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