Zweifel am Wahrheitsgehalt: Spiegel nimmt Reportagen aus dem Netz

 

Erneut Wirbel um Spiegel-Reportagen: Wie "Medieninsider" berichtet, werfen Zweifel über die korrekte Wiedergabe von Flüchtlingsschicksalen im griechisch-türkischen Grenzgebiet aktuell Fragen auf.

Es geht um Griechenland-Artikel des freien Mitarbeiters Giorgos Christides, die im vergangenen August erschienen waren. Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann lässt sie nun offenbar erneut überprüfen.

Wer bei "Spiegel Online" den Artikel "Todesfalle Europa" vom 19. August aufrufen möchte, erhält online diesen Hinweis: "An dieser Stelle befand sich ein Beitrag über das Schicksal einer Flüchtlingsgruppe am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros im Sommer 2022. Mittlerweile gibt es Zweifel an der bisherigen Schilderung der damaligen Geschehnisse. Wir haben daher mehrere Beiträge zu diesem Thema vorläufig von unserer Website entfernt. Wir überprüfen unsere Berichterstattung und entscheiden nach Abschluss der Recherchen, ob die Beiträge gegebenenfalls in korrigierter und aktualisierter Form erneut veröffentlicht werden."

Wie "Medieninsider" schreibt, hat der "Spiegel" offenbar vier Artikel offline gestellt. Es soll nicht nur um Zweifel geben, wie genau der im ursprünglichen Artikel erwähnter Tod eines jungen Mädchens ablief, es gibt sogar den Verdacht, das Mädchen könnte gar nicht existiert haben.

In dem Bericht von "Medieninsider"-Chef und Gründer Marvin Schade ist auch die Rede davon, dass der griechische Migrationsminister Notis Mitarachi im September "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann seine Zweifel hinsichtlich der Reportagen in einem Brief mitgeteilt hat.

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