"Mein Bedarf an Arschlöchern ist gedeckt": Kurt-Krömer-Talkshow im RBB endet plötzlich

06.12.2022
 

Die preisgekrönte Talkshow "Chez Krömer" wird überraschend eingestellt. Die aktuelle Folge mit Comedian Faisal Kawusi, die in einen Eklat mündete, ist die letzte der Reihe.

Nach sieben Staffeln und 41 Folgen endet "Chez Krömer". "Mit zwei Grimme-Preisen, Millionen Fans im Internet und Anerkennung weit über die Grenzen von Berlin und Brandenburg hinaus ist 'Chez Krömer' eine Erfolgsgeschichte für den Rundfunk Berlin-Brandenburg", heißt es beim Sender.

Kurt Krömer hat gemeinsam mit Produzent Friedrich Küppersbusch und dessen Firma probono.tv die Idee eines Verhörs auf kleinstem Raum zur Show werden lassen. Er dankt seinem "Heimatsender" rbb für das Vertrauen zu einem stets unberechenbaren Format: "Es ist für mich an der Zeit für neue künstlerische Abenteuer. Mir war klar, dass 'Chez Krömer' kein Format ist, das ewig laufen wird. Dass es am Ende dann doch 41 Folgen geworden sind, hat mich selbst überrascht. Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt", sagt Krömer.

Die Beziehung zwischen dem RBB und Kurt Krömer sei auch abseits der vier Verhörwände geklärt - man will Freunde bleiben, betont der Sender. Die Show ging im September 2019 an den Start. 2020 gab es den ersten Grimme-Preis, 2022 erhielten Torsten Sträter und Kurt Krömer jeweils einen Grimme-Preis für ihr Gespräch bei "Chez Krömer" über Depressionen.

Hintergrund: In der letzten Sendung mit Faisal Kawusi hatte sich die Situation zugespitzt. Krömer brach das Gespräch mehrere Minuten vor Ende vorzeitig ab und verließ den stilisierten Verhörraum. Anschließend sagte er vor den Kameras: "Heute ist der Tag, wo ich glaube (...), dass ich nach Hause gehe und mal gucke, ob ich das Konzept vielleicht noch mal überdenke." Dann stand er auf und ging. Ob dieses Geschehen mit dem Ende des Formats zusammenhängt, blieb zunächst unklar.

In dem Interview, das in der ARD-Mediathek abrufbar ist, ging es unter anderem um einen Instagram-Kommentar Kawusis zum Thema K.-o.-Tropfen, eine als rassistisch kritisierte Äußerung über die "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuse und ein Tourplakat des Comedians, das an die tödliche Festnahme von George Floyd 2020 erinnerte.

Kawusi erklärte, er sei nicht rassistisch und auch sonst niemandem gegenüber feindlich eingestellt. Die Eltern des 31-Jährigen stammen aus Afghanistan und kamen 1989 als politische Flüchtlinge nach Deutschland. Kawusi wurde 1991 in Hessen geboren.

Zu den Gästen zählten unter anderem der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die frühere AfD-Parteichefin Frauke Petry. Besonders das Gespräch mit Ex-Bild-Chef Julian Reichelt schlug hohe Wellen (kress.de berichtete).

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