Lauterbach: "Die Springer-Presse versucht zurzeit ständig, gegen mich zu hetzen"

09.12.2022
 

Das Süddeutsche Zeitung Magazin hat ein Interview mit Karl Lauterbach veröffentlicht. Darin macht  der Bundesgesundheitsminister den Springer-Verantwortlichen Vorwürfe und hebt zugleich die "Qualitätsmedien" in Deutschland hervor.

Christina Berndt und Patrick Bauer sprechen Karl Lauterbach in ihrem langen Interview im Süddeutsche Zeitung Magazin auch auf das "KitKat-Gate" an - Lauterbach soll die Hamburger Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard getadelt haben, weil sie einen Schokoriegel aß. Der Bundesgesundheitsminister sagt, das sei ein Witz gewesen. "Ich wusste nicht, dass es das Zeug aus meiner Jugend überhaupt noch gibt." Gleichzeitig betont er, dass die Springer-Presse zurzeit ständig versuche, gegen ihn zu hetzen, "selbst wegen eines Spruchs über einen Schokoriegel".

Weiter betont Lauterbach im SZ Magazin-Interview:

"Ich versuche, das robust zu ignorieren. Ich weiß mittlerweile, dass bestimmte Leute einfach - egal, was ich mache - immer schlecht über mich reden oder schreiben. Da geht es aber nicht um meine Person, sondern um die Linie, für die ich stehe. Christian Drosten und ich stehen weiterhin dafür, dass Corona noch nicht vorbei ist. Dass die Pandemie weiter bekämpft werden muss. Dass wir damit rechnen müssen, noch mal Maßnahmen zu ergreifen. Und für diese Linie stehe ich jetzt noch sichtbarer als in der Vergangenheit, auch weil es jetzt nicht mehr viele sind, die eine solche Position öffentlich vertreten. Dirk Brockmann vom RKI ist nicht mehr so oft zu sehen. Melanie Brinkmann auch nicht. Viele haben sich vielleicht auch wegen der dauernden Kritik zurückgezogen."

Die Bild-Zeitung hatte Lauterbach auch "Long-Covid-Panik" vorgeworfen. Dabei ging es um diesen Tweet - dazu war ein Artikel aus der Washington Post verlinkt:

"Niemand will das gerne hören. Aber viele 20-50-Jährige werden im Herbst, bei steigenden Corona-Fallzahlen, eine Entzündung ihres Gehirngewebes als Folge #LongCovid erleben".

Es sei bei bestimmten Kollegen von der Springer-Presse mittlerweile ein Sport geworden, einen Tweet des Ministers zu verhetzen, konstatiert Lauterbach im SZ Magazin und macht den Verantwortlichen Vorwürfe:  "Wenn die Blattlinie nun mal ist, dass Corona vorbei sei und wie eine Grippe betrachtet werden müsse, bin nun mal ich derjenige, der zwischen den Schutzmaß­nahmen und der Freiheit steht."

Medienschelte will Lauterbach aber nicht betreiben: "Ich glaube, dass wir mit Qualitätsmedien eher gesegnet sind in Deutschland. Gute Medien machen die ­Demokratie besser. Aber man lebe nicht in einer Mediokratie - wie dies jüngst Richard David Precht geschrieben habe. Lauterbach: "Ich ärgere mich, wenn ich schlechte Presse habe. Aber besser schlechte Presse als schlechte Gesetze. In zehn Tagen ist die Presse vergessen, Gesetze wirken für Jahre."

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