Exklusiv: Top-Autor Max Hägler wechselt von der SZ zur Zeit

 

Die Süddeutsche Zeitung verzeichnet erneut den Abgang eines prominenten Autors. Mit Max Hägler verliert die SZ einen der besten Wirtschaftsreporter und einen ausgewiesenen Automotiv-Spezialisten an die Wochenzeitung Die Zeit. Wie Hägler seinen Wechsel begründet - und was ihn an der Zeit reizt.

Der 41-Jährige Wirtschaftsredakteur Max Hägler wird die SZ im April verlassen, wie Hägler selbst Ende vergangener Woche in der Redaktion verkündet hatte. Moritz Müller-Wirth, stellvertretender Chefredakteur der "Zeit" bestätigte gegenüber kress.de die Personalie und freut sich sehr über den Neuzugang, "weil er in der deutschen Unternehmenslandschaft exzellent vernetzt und ein hervorragender Autor ist, kurzum: Weil er einer der besten Unternehmensberichterstatter des Landes ist", so Müller-Wirth weiter.

Für die "Zeit" wird Hägler in seinem gewohnten Spielfeld bleiben und die Automobilindustrie betreuen und sich als Reporter um die Industrieberichterstattung kümmern, so Müller-Wirth weiter. "Wir wollen damit unsere Berichterstattung aus der Industrie vertiefen und verbreitern und die Expertise des neuen Kollegen mit den anderen Kolleginnen und Kollegen aus dem Ressort verbinden. Im Kern geht es darum, die großen ökonomischen und politischen Umbrüche in der Welt für unsere Leserinnen und Leser einzuordnen - sowohl aus der Perspektive der Unternehmen als auch der Politik", erläuterte Müller-Wirth die strategische Ausrichtung in diesem Berichtsfeld. Die SZ-Chefredaktion teilte auf kress.de-Anfrage mit, sie bedauere den Abgang. Weitere Erklärungen wollten Wolfgang Krach und Judith Wittwer nicht abgeben.

Hägler selbst machte allein persönliche Gründe für seine Entscheidung geltend. Bei der SZ scheide er im allerbesten Einvernehmen, teilte der gebürtige Münchner weiter mit. "Ich habe 14 spannende Jahre bei der 'Süddeutschen' verbracht, durfte mit vielen großartigen Kolleginnen und Kollegen arbeiten, von Annette Ramelsberger über Roman Deininger und Marc Beise bis zu Judith Wittwer und Wolfgang Krach." So habe er auch zuletzt "die Transformation ein wenig mitgestalten" können.

"Insofern gibt es für mich eigentlich keinen Grund zum Wechsel von der besten Tageszeitung zur besten Wochenzeitung - außer einem sehr persönlichen, aber nicht unwichtigen: Neugier." Denn: Die "Zeit" stelle immer die entscheidenden Fragen, finde darauf immer kluge Antworten. "Diese Art des Blattmachens der tollen Kollegen rund um Charlotte Parnack und Roman Pletter im Wirtschaftsressort überzeugt und reizt mich. Und so freue mich sehr darauf, ab April in Hamburg Teil dieses Teams zu sein", sagte Hägler weiter.

Zur Person: Max Hägler, Jahrgang 1981, studierte Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in München. Seinen Weg in die Medien hat er vor 20 Jahren von ganz oben begonnen - als Gründer und Verleger. Schon während des Zivildienstes baute er eine eigenen Verlags-GmbH auf, in der er ein Jugendmagazin und Ratgeberbücher publizierte. Zur Bundestagswahl 2005 begann er als Landeskorrespondent für die taz aus Bayern zu berichten. Im Sommer 2008 holte ihn die Süddeutsche Zeitung: erst als Korrespondent in Nürnberg und Regensburg, danach als Korrespondent in Baden-Württemberg. Im Anschluss machte er sich als Reporter im Wirtschaftsressort in der Berichterstattung zur Automobilindustrie einen Namen. Von der dju in Verdi ist Max Hägler in den Deutschen Presserat gewählt worden.

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