Düsteres Signal bei G+J: Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar wechselt zur WiWo

 

Ein Großer geht bei Gruner + Jahr: Der erfahrene Wirtschaftsjournalist Horst von Buttlar, bislang Chefredakteur von Capital, heuert als neuer Chefredakteur der WirtschaftsWoche bei der Handelsblatt Media Group an. Für das G+J-Magazin, dessen Zukunft im RTL-Reich unsicher wirkt, ist das wohl kein gutes Vorzeichen. Was RTL zum Wechsel sagt.

Mit Horst von Buttlar geht bei G+J ein Vorzeige-Medienprofi, der auf eine lange Karriere im Hamburger Verlagshaus und eine bisherige starke Außenwirkung des Hauses zurückblicken kann. Der 47-Jährige wird zum 1. März neuer Chefredakteur der WirtschaftsWoche und folgt dort auf Beat Balzli, der die WirtschaftsWoche Ende Januar verlässt (kress.de berichtete).

Zur Person: Der gebürtige Hamburger Horst von Buttlar absolvierte einst nach Studien in Heidelberg, St. Petersburg, St. Augustine in den USA sowie an der Humboldt Uni in Berlin die Deutsche Journalistenschule in München. 2004 fing er bei der damaligen Financial Times Deutschland an und startete eine steile Karriere bei Gruner + Jahr. Zuletzt war er seit 2013 Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Capital, zuvor Ressortleiter der Gruner & Jahr Wirtschaftsmedien (FTD, Capital, Impulse) und  Leiter des Reporterteams bei der Financial Times Deutschland. In der neuen RTL-Welt trug Horst von Buttlar neben dem Titel als Capital-Chefredakteur auch die Amtsbezeichung "Chefredakteur ntv, Wirtschaft & Wissen bei RTL News". Bei der WiWo heißt es, dass von Buttlar die Marke in Digital und Print weiter konsequent fortentwickeln soll.

Oliver Finsterwalder, CEO der DvH Medien GmbH, sagt: "Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit Horst von Buttlar einen sehr renommierten und erfahrenen Wirtschaftspublizisten als Chefredakteur gewinnen konnten, der die WirtschaftsWoche in ihrer publizistischen Kraft konsequent auf allen Kanälen und in sämtlichen Formaten weiterentwickeln wird."

Horst von Buttlar sagt zu seinem neuen Karriereschritt: "Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und darauf, gemeinsam mit der Redaktion die großartige Marke weiterzuentwickeln. Die WirtschaftsWoche steht für tief recherchierten, nutzwertigen Qualitätsjournalismus, das wollen wir vertiefen und noch stärker ausbauen."

Bei RTL in Köln wählt man für den Abschied von Horst von Buttlar folgende Formeln: Er verlässt das Unternehmen zum 28. Februar 2023 "auf eigenen Wunsch und in bestem gegenseitigen Einvernehmen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen".

Stephan Schmitter, Geschäftsführer Programm bei RTL Deutschland sowie Geschäftsführer RTL News und ntv, sagt: "Horst von Buttlar gehört zu den besten Wirtschaftsjournalisten im Lande, daher bedauern wir es natürlich sehr, dass er sich entschieden hat, nach vielen Jahren bei uns einen beruflichen Neustart anzugehen. Ich danke Horst ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit und wünsche ihm für seine Zukunft alles Gute und viel Erfolg."

Horst von Buttlar blickt so auf seine bisherige G+J- bzw. RTL-Karriere zurück: "Ich habe seit 2004 bei Gruner + Jahr alles erlebt: Neustart und Ende, Aufbruch und Umbruch. Ich bin dankbar und stolz, was wir seit 2013 mit Capital in Berlin aufbauen konnten - die Marke strahlt, und wird es auch weiterhin tun. Die Zusammenarbeit mit ntv und RTL News seit dem Frühjahr war eine tolle, spannende Zeit, und ich danke Stephan Schmitter sehr für das Vertrauen, das er in mich gesetzt hat."

Hintergrund: Die Signalwirkung des Wechsels wirft dennoch ein zumindest fragwürdiges Licht auf die weitere Zukunft von Capital nach der Fusion von G+J mit der RTL-Welt. Zuletzt hatte es keine eindeutige Bestandsgarantie für den Titel, der lange Jahre als Renommiermarke galt, gegeben. Einzig der "stern" scheint sich in der neuen RTL-Konstellation keine Sorgen machen zu müssen. Zuletzt hatte die "Süddeutsche Zeitung" über angeblich bereits laufende Verkaufsgespräche rund um bisherige G+J-Titel spekuliert (kress.de berichtete). Dem viel beachteten SZ-Artikel hatte Bertelsmann zuletzt allerdings widersprochen (kress.de berichtete).

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Ihre Kommentare
Kopf

Ulf J. Froitzheim

12.01.2023
!

Lieber Kollege Sommer,
Horst von Buttlar hat doch wohl 2004 bei der FTD angefangen, nicht wahr? Das Wagnis, Capital zu retten, müsste er 2009 begonnen haben, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Schon damals habe ich mir Sorgen um den Titel gemacht, denn Bertelsmann hatte damals die Kölner Redaktion rausgemobbt. Dass Buttlar jetzt nach Düsseldorf geht, dürfte nicht nur daran liegen, dass die Holtzbrincks ihm ein gutes Angebot gemacht haben. Rabe verbrennt Theobalds/Groß'/Brunos Capital.


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