Ex-Mitarbeiterin: Was war Springer der Vergleich in den USA wert?

 

Dieser Frage ist Chefredakteur Markus Wiegand in seiner kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen" nachgegangen. Was seine Recherchen ergaben und was kurios an der außergerichtlichen Einigung zwischen Springer und der Klägerin, einer ehemaligen Bild-Mitarbeiterin, ist.

Auszug aus der kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen" - jetzt einen Blick ins aktuelle kress pro werfen:

Wie viel musste Springer zahlen, um den Prozess in den USA zu verhindern?

Das ist natürlich streng geheim. Aber wir würden mal schätzen, dass es sich um eine gehobene sechsstellige Summe handelt. Nach gut unterrichteten Kreisen soll der Betrag unter einer Million Euro liegen. Bei Springer atmete man auf, dass die Kuh endlich vom Eis ist. Die Klägerin ist mit dem Ergebnis offenbar ebenfalls zufrieden, war zu vernehmen.

Die ehemalige "Bild"-Mitarbeiterin hatte Springer in den USA verklagt und dem Konzern vorgeworfen, die sexuelle Belästigung durch Reichelt geduldet zu haben. Da die Frau zeitweise für Springer in den USA tätig war, konnte sie in Kalifornien vor Gericht ziehen.

Kurios an dem Vergleich ist, dass Axel Springer die wesentlichen Vorwürfe der Frau für falsch hält, die in der Klageschrift süffig ausgebreitet werden. Dennoch war der Vergleich der Weg des geringsten Widerstands. Darüber, wie es zum Verfahren gegen Springer gekommen ist, gibt es zwei Versionen. Nr. 1: In Deutschland lehnte Springer eine Einigung ab, also rieten die Anwälte der ehemaligen "Bild"-Mitarbeiterin zu einer Klage in den USA. Nr. 2: Nach einer anderen Darstellung gab es nie ein offizielles Vergleichsangebot in Deutschland.

So oder so hat Springer in der ganzen Reichelt-Affäre vieles falsch gemacht. Das Ansehen des Verlags und des CEO sind beschädigt und obendrein zahlt man jetzt noch eine hübsche Summe, obwohl man die Vorwürfe eigentlich für falsch hält.

[...] kress pro-Chefredakteur befasst sich in seiner aktuellen Kolumne auch mit diesen Fragen: Kann sich die SZ wirklich allein aus dem Lesermarkt finanzieren? Was läuft bei der SWMH hinter den Kulissen? Warum verlässt die Funke Mediengruppe den BDZV? Jetzt im aktuellen kress pro lesen.

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