03.07.2001
 sw
 

Knallharthat die Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB) auf die Flaute im Anzeigen- und Internet-Markt reagiert und den "Wirtschaftswoche"-Ableger "Wirtschaftswoche e-business" mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das Heft war erst im März 2001 unter schwierigen Bedingungen gestartet (täglichkress vom 12. März 2001). Kurz darauf wurde bereits Chefredakteur Gregor Neumann abgelöst und durch Uli Pecher ersetzt (täglichkress vom 17. April 2001). Pecher kam von dem ebenfalls eingestellten "Business 2.0", dem New Economy-Blatt des Future Verlags. Die Redaktion ist schockiert und stinksauer. VHB-Geschäftsführer Harald Müsse hat den radikalen Schritt am Dienstag vor den Mitarbeitern verkündet und musste ordentlich Schelte einstecken. Einige hatten erst zum 1. Juli angefangen, rund die Hälfte ist noch in der Probezeit. Für Übernahmen sieht es da schlecht aus. Die Entscheidung fiel offenbar in einer Aufsichtsratssitzung am Montag. Und das, obwohl es gegenüber Mitarbeitern hieß, das Objekt werde mindestens ein Jahr gehalten. Die VHB begründet den Schritt mit der Werbe-Zurückhaltung vieler Internet-Dienstleister. Es wird keine neue Ausgabe produziert, die vom 2. Juli ist definitiv die letzte. Auch bei der Konkurrenz sieht es düster aus. "E-Market" aus dem Süddeutschen Verlag erscheint nach kress-Informationen ab nächster Woche nur noch 14-täglich statt wöchentlich. Ein Schritt, den Klaus Madzia von "Net Business" schon hinter sich hat (täglichkress vom 15. März 2001). Die Verlagsgruppe Milchstrasse und Madzia wollen ihr Baby aber nicht aufgeben. "Ich finde es sehr schade, dass `Wirtschaftswoche e-business` eingestellt wird. Die Kollegen haben einen exzellenten Job gemacht", sagt Madzia gegenüber kress.de. "Net Business" werde es aber trotz der Krise weiter geben, so Madzia. Beachten Sie hierzu auch unsere Frage des Tages im Basta-Ressort: Kann sich die Print-Branche der New Economy-Krise noch entziehen?

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