Monster-Gewinn: Bertelsmann steigert Ergebnis deutlich.

30.03.2004
 mb/em
 

Einen Monstergewinn
hat der Medienriese Bertelsmann im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003 eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen kletterte auf 1,123 Milliarden Euro. Ein Plus von 20% gegenüber 2002. Unter dem Strich stehen allerdings nur 154 Mio Euro in den Büchern. 2002 war der Jahresüberschuss durch den Verkauf von Anteilen an AOL Europe mit 954 Mio Euro noch deutlich höher ausgefallen. Alle Konzernsparten dürfen sich über schwarze Zahlen freuen. Die RTL Group steigerte den Ertrag um rund 40 Mio auf 503 Mio Euro. Gruner + Jahr erzielte ein Ebita von 234 Mio Euro (Vorjahr: 226 Mio Euro) und das ehemaligen Sorgenkind Direct Group verbesserte den operative Gewinn auf 4 Mio Euro (2002: -150 Mio Euro). Die Erlöse im gesamten Konzern bröckelten wegen der Dollarschwäche und des Verkaufs von Bertelsmann Springer um 8,3% auf 16,8 Mrd Euro ab. Größter Umsatzbringer war die RTL Group mit 4,45 (2002: 4,36) Mrd Euro. Es folgen der Mediendienstleister Arvato mit 3,64 Mrd Euro, die Bertelsmann Music Group (BMG) mit 2,71 Mrd Euro, Gruner + Jahr mit 2,48 Mrd Euro und die Buchverlagsgruppe Random House mit 1,78 Mrd Euro. Prognose für 2004: Das Geschäftsjahr sei vielversprechend angelaufen und Bertelsmann gehe im laufenden Jahr von weiter steigenden operativen Erträgen aus, so Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Gunter Thielen. Der Konzernchef genoss bei der Präsentation der Bertelsmann-Bilanz 2003 in Berlin sichtlich die guten Zahlen. Seine Botschaft: Wir haben unsere Hausarbeiten in den Kerngeschäften gemacht, "jetzt geben wir wieder richtig Gas". Auch die Schulden habe man deutlicher abbauen können als geplant. Für Zukäufe stünden in den kommenden drei Jahren rund 2 Mrd Euro zur Verfügung. Finanzchef Siegfried Luther brachte es auf der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag in Berlin auf den Punkt: "Bertelsmann ist wieder auf Spur". Allerdings kann Thielen noch keine Entwarnung in Sachen Krise geben. Zwar würden sich die Medienmärkte gerade wieder erholen, aber Deutschland bleibe Schlusslicht in Europa. Auch Gerhard Zeiler, Chef der RTL Group, dämpfte die Erwartungen: Allenfalls im Süden Europas ziehe die Werbekonjunktur gerade wieder an. Zeiler durfte bei der Präsentation der Geschäftszahlen erstmals auch auf dem Podium Platz nehmen, obwohl er als Chef der Bertelsmann-Tochter RTL Group keinen Vorstandsrang besitzt.

 mb/em

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