G+J verkauft US-Geschäft.

24.05.2005
 sw
 

Gruner + Jahr verkauft alle seine us-amerikanischen Zeitschriften. Die Titel "Family Circle", "Child", "Parents" und "Fitness" übernimmt die Meredith Corporation für rund 350 Mio Dollar. Auf den Verkauf der Wirtschafts-Titel "Inc." und "Fast Company hat G+J eine Option.

Rückzug aus den USA
für Gruner + Jahr. Der Hamburger Großverlag zieht sich aus dem schwierigen USA-Geschäft zurück und verkauft seine dortigen Zeitschriften. G+J hat in den USA sechs große Magazine verlegt. Nun hat G+J mit der Meredith Corporation eine grundsätzliche Vereinbarung getroffen, dass diese die Titel "Family Circle", "Child", "Parents" und "Fitness" für 350 Mio Dollar übernimmt. Bis zum 30. Juni hat G+J außerdem die Option, die beiden Wirtschaftsblätter "Inc." und "Fast Company" an Meredith oder einen anderen Verlag zu verkaufen. In der Hochphase der New-Economy hat Gruner "Fast Company" alleine für die Fantasie-Summe von 365 Mio Dollar übernommen. Das "Wall Street Journal" hat bereits in der Vergangenheit ausführlich über Gruners Probleme auf dem US-Markt berichtet. U.a. war die Rede davon, dass G+J-Mehrheitseigner Bertelsmann ein Ultimatum von einem Jahr gesetzt habe, um die US-Dependance profitabel zu machen. G+J-Chef Bernd Kundrun hat stets bestritten, dass es ein solches Ultimatum gab (täglichkress vom 19. August 2004). Das US-Geschäft kam auch durch einen hässlichen Rechtsstreit mit der ehemaligen Talkshow-Moderatorin Rosie O'Donnell ins Straucheln. G+J hatte mit O'Donnell gemeinsam das Magazin "Rosie's" verlegt, beide Parteien zankten sich hinterher vor Gericht, wobei u.a. herauskam, dass die "Rosie's"-Zahlen vom US-Management des Verlags manipuliert waren. Das Magazin ist mittlerweile eingestellt. Der Skandal hatte zur Folge, dass G+J-US-Chef Daniel Brewster gefeuert wurde. Er wurde von Russell Denson ersetzt, der rigide Sparvorgaben umsetzen musste (täglichkress vom 6. September 2004). Im Herbst 2004 hat G+J bereits die Zeitschrift "YM" an Condé Nast verkauft. Die USA sind oder vielmehr waren der wichtigste Auslandsmarkt der Gruners. 2004 kamen 22% des Umsatzes von insgesamt 2.439 Mrd Euro aus Übersee. G+J war fast 30 Jahre lang in Nordamerika präsent.

 sw

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