16.10.1997
 
 

Offensiv
wäre nicht das passende Wort für die Öffentlichkeitsarbeit des Heinrich Bauer Verlags: Dort gehören Schleiertänze um neue oder geplante Projekte zum Lieblingssport der Verlagsführung. Wo der Verleger nie, die Geschäftsführer selten und der Pressesprecher oft nur über seine Assistentin zu sprechen ist, entsteht ein Informationsvakuum, das irgendwann zu Artikeln führt, die keinem nutzen. Z. B. jener im "Handelsblatt" vom 16. Oktober ´97. "Bauer: Neues Nachrichtenmagazin geplant" heißt es dort. Ganz so prickelnd ist die Sache nicht: Seit über einem Jahr bastelt Dr. Bernd Baumann im Bauer-Auftrag auf kleinster Flamme an einigen Probeseiten für ein wirtschaftsorientiertes Nachrichtenmagazin mit dem Arbeitstitel "Offensiv". Die Idee ist, eine Art "Focus" mit dem Fokus auf Wirtschaftsthemen zu machen. Nur: Ist Bauer der richtige Verlag für so ein Magazin? Hat Bauer die Journalisten dafür? Schaltet nach dem "Ergo"-Desaster die Wirtschaft Anzeigen? Fragen, die selbst Bauers-Leut´ nicht unbedingt mit Ja beantworten. Tatsache ist: Bauer hat weder für eine voll ausgerüstete Entwicklungsredaktion grünes Licht gegeben, noch gar für einen Marktstart von "Offensiv". Eine Nullnummer liegt nicht vor. Baumann ist Anfang/Mitte 30, war früherer Assistent von Dr. Hubert Burda, später beim deutschen "Forbes" als Redakteur tätig, zuletzt bei Bauers "Ergo" als Ressortleiter Wirtschaft engagiert. Bisher also kein Mann, der den Journalismus neu erfunden hätte.

 

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.