"tz" muss Fußball-Skandalstory widerrufen.

17.03.2006
 

Die "tz" hat ihre Fußball-Skandalgeschichte weitgehend widerrufen. Sie hatte berichtet, dass u.a. Nationalspieler Bastian Schweinsteiger in den jüngsten Fußball-Wettskandal verwickelt sein soll. Chefredakteur Karl Schermann hat sich inzwischen für die Story entschuldigt.

Eine Rolle rückwärts
muss die Münchner Boulevard-Zeitung "tz" in Sachen Fußball-Skandal vollziehen. Die Zeitung hatte berichtet, dass Nationalspieler Bastian Schweinsteiger in den jüngsten Wettskandal im deutschen Fußball verwickelt sein soll. FC-Bayern-Manager Uli Hoeneß hat daraufhin geschäumt. Mittlerweile hat die Zeitung eine Unterlassungserklärung abgegeben und sich bereiterklärt, eine Gegendarstellung und einen Widerruf zu veröffentlichen. "Schweini" sowie die Fußballer Paul Agostino und Quido Lanzaat (beide TSV 1860 München) seien nicht, wie berichtet, von der Staatsanwaltschaft München I als "Beschuldigte" geführt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dies auch von vorneherein dementiert. Der FC Bayern behält sich nach wie vor eine Schadensersatzklage vor. In einer Erklärung hat sich "tz"-Chefredakteur Karl Schermann für die falsche Meldung entschuldigt, er schränkt aber auch ein: "Dennoch bleibt: Ihre Namen (die der Fußballer, Anm. d. Red.) fallen immer wieder. Abwarten, was passiert!" Pikant am Rand: Co-Autor der etwas zu heißen "tz"-Story war Max Breitner, Sohn von Fußball-Ikone und Ex-Bayern-Star Paul Breitner. Die Fußballer hätten sehr hohe Wetteinsätze auf möglicherweise manipulierte Fußballspiele gesetzt. Nach Informationen der "tz" wurden die drei angeblich bereits von der Polizei verhört. Ein Wettpate hätte die Fußballer gegenüber der Staatsanwaltschaft München I schwer belastet, so die "tz". Die Staatsanwaltschaft München 1 hat indes bestritten, dass "Schweini" & Co. in den neuen Fußball-Wett-Skandal verwickelt sind. Oberstaatsanwalt Winkler sagte am Abend, es gebe keine Beschuldigten, man habe niemanden vernommen und auch niemanden vorgeladen. Auch Bundestrainer Jürgen Klinsmann meldete sich aus Warschau zu Wort. Er bezeichnete den Bericht als "unverantwortlich". "Wir alle wissen, dass die Berichte keinen Hintergrund haben", sagte Klinsmann. Die "tz" bleibt unterdessen bei ihrer Berichterstattung. Auf ihrer Website schreibt die Zeitung: "Die tz bleibt bei ihrer Aussage, dass die drei Spieler im Zusammenhang mit dem Wettskandal von der Polizei verhört werden. Auch wenn es dafür im Moment keine offizielle Bestätigung gibt – weder von der Staatsanwaltschaft noch von der Polizei." Man habe "sichere Quellen".

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