19.01.2001
 
 

Auf Sparflamme lässt der Bulettenbrater McDonald's in diesem Jahr seine Radiowerbung brutzeln. Das Hörfunk-Budget der Münchner wird 2001 zugunsten des Fernsehens geringer ausfallen,bestätigt Media-Managerin Martina Grimm. Wieviel die Fastfood-Kette ins TV umschichten will, verrät Grimm nicht. Doch dürften die Radiovermarkter den Strategie Wechsel von McDonald's in der Kasse spüren, schließlich zählt das Unternehmen seit Jahren zusammen mit der Deutseben Telekom und den Handelsketten Media Markt und Saturn zu den größten Werbekunden im Radio. Im ersten Halbjahr 2000 hat McDonald's laut AC Nielsen S+P rund 20 Millionen Mark in die Radiowerbung investiert. Dass die Radiosender künftig weniger Mc-Do-Spots senden,hat angeblich nichts mit den Preiserhöhungen der Radiovermarkter zu tun. "Die Entscheidung über die neue Werbestrategie war schon vor der Preisrunde gefallen", sagt Media-Chefin Grimm. Ein Blick auf den Werbemarkt zeigt, dass die Wut über die Preisoffensive der Radiobosse noch immer nicht verflogen ist. Die Stimmung ist derart getrübt, dass Lutz Kuckuck, 49, Chef des führenden Hörfunkvermarkters Radio Marketing Service (RMS), zum Jahreswechsel ein reuiges Rundschreiben an seine Kunden verschickte, in dem er Konsequenzen aus der Preisrunde ankündigt: "Wir werden in diesem Jahr frühzeitig und engagiert das Gespräch mit allen Beteiligten suchen, um größtmögliche Transparenz bei den Leistungen und Preisen des Mediums zubieten." Verschärfend kommt hinzu, dass vielen Dot-Coms das Werbegeld ausgegangen ist. So erlebt das Radio seit Herbst vergangenen Jahres das Ende eines Booms. Im Oktober meldete der Hörfunk bereits ein Minus von rund einem Prozent im Vergleich zum VorjahTesmonat; im November gingen die Buchungen gar um über 7 % zurück. Die Verluste gehen größtenteils zulasten der öffentlich-rechtlichen Stationen, doch im November musste auch das Privatradio mit einem Rückgang von 3,2 % Federn lassen -der Gesamtwerbe-markt und das Fernsehen wachsen hingegen zweistellig. Die Macher bei der RMS sind dennoch zufrieden und verweisen auf die gleichmäßigen Einbuchungen und die günstigen Wachstums werte der Privaten im Jahr 2000: Zwischen Januar und November legte es um 15 % zu, während die ARD-Sender 1,4 % verloren. Auch der Januar 2001 läuft bei der RMS nach eigenen Angaben gut an. Bis Mitte des Monats lagen die Einbuchungen bereits um 13 % über dem Vorjahreswert. Johannes Lindl radio kompakt: ■Die Hörfunk-Agentur AOP Audio + Online Produktion, Hamburg eröffnet im Februar gemeinsam mit dem Internet-TV-Produzenten Interactive Internet Studios, ebenfalls Hamburg, ein Büro in New York. Fünf Mitarbeiter werden dann unter anderem für den Audio-Dienst der "Financial Times Deutschland" von der Wallstreet berichten. ■Ina Rumpf, 43, Chefredakteurin von Radio Köln, verlässt den Sender im März. Sie will sich nach anderen Aufgaben umsehen. Wer den Sender künftig führt, ist noch offen. Vorerst regelt Rumpfs Stellvertreter Klaus Huber kommissarisch den Sendebetrieb. "Auf Wiederhören", sagt Matthias Wahl, 41, Geschäftsführer Verkauf des Privatsender-Vermarkters RMS, der Radiobranche. Er verlässt die Hamburger zum 1. April, um künftig als Vorstandsvorsitzender der Münchner cashlife AG zu wirken. Das Unternehmen baut einen Secondhand- Markt für Lebens- Versicherungen auf. Nachfolger von Wahl wird der bisherige RMS- Verkaufsleiter Jörg Tappendorf, 34. Mit dem Weggang von Wahl nimmt ein neues Marketing-Board unter der Leitung von Kommunikationschef Stefan Preussler, 37, seine Arbeit auf, das u. a. neue crossmediale Angebote entwickeln soll. em

 

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