Neues von Stilgott Tyler Brûlé: "Monocle"

 

Morgen startet der "Wallpaper"-Erfinder Tyler Brûlé das neue Magazin "Monocle", das weltweit in ausgesuchten Metropolen erhältlich sein soll. Zielgruppe sind desillusionierte Leser, die von Celebrities genug haben.

Substanz vom Stilgott
Tyler Brûlé kommt ab diesen Donnerstag an den Kiosk: Dann startet der Erfinder der Zeitschrift "Wallpaper" sein neues Magazin "Monocle". Wie einst "Wallpaper" ist "Monocle" ein einziges Land oder ein einziger Kulturkreis zu klein: Das Magazin mit der Anmutung eines Buches (auch "Mook" genannt) erscheint weltweit in ausgesuchten Metropolen. Die Gesamtauflage liegt bei rund 200.000 Exemplaren, ein Exemplar kostet 5 Pfund oder hierzulande 12 Euro (an die deutschen Kioske kommt "Monocle" voraussichtlich erst am 16. Februar). 70.000 Exemplare möchte der gebürtige Kanadier, der sich in den vergangenen Jahren mit seiner Agentur Winkreative auf Design-Jobs (z.B. für die Swiss Airlines) konzentriert hat und zuletzt beim "Max"-Relaunch Hand anlegte, von "Monocle" verkaufen. Zielgruppe sind viel- und weitgereiste Kosmopoliten, denen der Horizont ihrer Tageszeitung zu begrenzt ist. Die Ressorts gliedern sich in A wie Affairs (Politik), B wie Business, C wie Culture, D wie Design und E wie Edits (Tipps, Empfehlungen). Die Titelgeschichte der Erstausgabe wirft einen seitenlangen Blick auf die japanische Armee, die zweitgrößte Seemacht hinter den USA. Neben dem gedruckten Heft, das zehn Mal im Jahr erscheint, will "Monocle" im Internet ein eigenes Angebot starten, das vor allem aus Audio- und Videoinhalten bestehen soll: Nachrichten, Interviews, Kurzdokumentationen und Diskussionsformate. Als Kooperationspartner hat Brulé die "International Herald Tribune" gewonnen, mit der er Inhalte austauschen will. Gleichzeitig wird der ehemalige BBC-Journalist eine Kolumne für die "IHT" schreiben - über "urbanism and global navigation", wie es bei der "IHT" heißt. Klingt jedenfalls gut.

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