"Brisant" sendet Gegendarstellung von Kai Diekmann.

16.07.2007
 tz
 

Das ARD-Boulevardmagazin "Brisant" hat am Samstag eine Gegendarstellung von "Bild"-Chef Kai Diekmann verlesen. Der Türkei-Korrespondent der ARD hatte Diekmann irrtümlicherweise unterstellt, seinen "Hürriyet"-Kollegen mit einem Verweis auf den Politthriller "Midnight Express" unter Druck gesetzt zu haben.

Eine brisante Gegendarstellung
hatte die ARD am Wochenende zu verlesen. In der Samstagsausgabe des Boulevardmagazins "Brisant" musste sie ein Versehen ihres Türkei-Korrespondenten Peter Althammer geraderücken. Der hatte in einer Live-Schalte am 26. Juni über den Fall des inhaftierten deutschen Schülers Marco W. berichtet - und über das Exklusiv-Interview, das ein "Hürriyet"-Reporter im Gefängnis für die "Bild"-Zeitung geführt hatte. Althammer wörtlich: "Die Sache lief so, dass es wohl einen Anruf des 'Bild'-Chefredakteurs beim Chefredakteur von 'Hürriyet' gab ... und der 'Bild'-Chefredakteur hat dann ein Schlagwort in den Mund genommen, das hier in der Türkei immer noch die Ohren aufhorchen lässt. Nämlich 'Midnight Express', diesen berühmten Hollywood-Film, in dem die schlimmen Zustände in den türkischen Gefängnissen in früheren Jahrzehnten so dramatisch beschrieben sind. Der 'Bild'-Chefredakteur sagte wohl sinngemäß etwa, man wolle doch nicht, dass eine Story wie 'Midnight Express' sich noch einmal wiederholen würde." Im Eifer des Gefechts hatte Althammer wohl die Kolumne von "Hürriyet"-Chefredakteur Ertugrul Özkök falsch übersetzt. Özkök schrieb am 26. Juni zwar über ein Telefonat mit "Bild"-Kollege Kai Diekmann - die Assoziation "Midnight Express" kam jedoch von ihm selbst: "Wir wissen alle sehr gut, dass das 'türkische Image' im Ausland nicht geeignet ist, uns zu erfreuen. Außerdem ist da noch der Fall 'Mitternachts-Express', den wir seit Jahren nicht aus den Köpfen verdrängen können", so Özkök. "Brisant"-Moderator René Kindermann verlas am Samstag die entsprechende Gegendarstellung Diekmanns - und fügte an: "Die Redaktion teilt dazu mit, dass Herr Diekmann mit seiner Darstellung Recht hat, und bedauert das Versehen, das im Rahmen eines Live-Interviews mit unserem Korrespondenten in der Türkei zustande kam."

 tz

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