Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ruzicka.

27.07.2007
 nk
 

Aleksander RuzickaStaatsanwaltschaft erhebt Anklage Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat gegen den ehemaligen Geschäftsführer von Aegis Media nun Anklage erhoben. Ruzicka sitzt seit Oktober 2006 in Untersuchungshaft. Lässt das Landgericht Wiesbaden die Anklage zu, kann der Prozess im Herbst beginnen. Ruzicka und seine Schergen sollen über Tarnfirmen über 50 Mio Euro in die eigenen Taschen gewirtschaftet haben - ursprünglich war von 20 Mio Euro die Rede gewesen.

Aleksander Ruzicka

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Aleksander RuzickaDie Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat nach mehrmonatigen Ermittlungen gegen den ehemaligen Aegis-Geschäftsführer Aleksander Ruzicka Anklage wegen Untreue erhoben. Ruzicka und drei weiteren Beschuldigten wird vorgeworfen, mit Hilfe diverser Tarnfirmen über 50 Mio Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Ursprünglich war von 20 Mio Euro die Rede gewesen. Ruzicka sitzt bereits seit Oktober 2006 in Untersuchungshaft (kress.de vom 26. Oktober 2006). Sollte das Landgericht Wiesbaden die Anklage zulassen, kann der Prozess im Herbst beginnen.

 

Neue Vorwürfe

 

Anscheinend geht es bei dem Fall aber noch um mehr. Wie die Süddeutsche Zeitung (Freitagsausgabe) berichtet, soll Ruzicka außerdem Kunden bestochen haben, um Aufträge zu erhaschen. Hauptbelastungszeuge ist laut der Süddeutschen Andreas Land, Geschäftsführer von Griesson-DeBeukelaer. Bei einem gemeinsamen Essen im September 2005 habe Ruzicka ihm durch die Blume zu verstehen gegeben, dass Gelder fließen könnten, sollte er sich zu einer weiteren Mitarbeit mit der Aegis-Tochter Carat entschließen. Griesson-DeBeukelaer hatte nach dem unmoralischen Angebot bereits im Oktober 2005 Ruzicka angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Koblenz, bei der die Anzeige einging, hat den Fall mittlerweile nach Wiesbaden weitergeleitet. Ruzicka bestreitet laut dem Zeitungsbericht die Bestechungsvorwürfe und bezeichnet sie als einen "Vergeltungsakt", weil Carat damals nicht auf Vergünstigungsforderungen eingegangen sei.

 

Weiterer Stein des Anstoßes ist Ruzickas Art, Geschäfstbeziehungen auszubauen und zu fördern: Laut Süddeutsche lud er Kunden u.a. auf eine Lodge in Afrika inklusive Jadgausflüge und teurem Wein. Diese und ähnliche "Kundenevents" wurden von der Firma Watson organisiert - eine jener Firmen, mit denen Ruzicka und Konsorten Geld abgezwackt haben sollen. Ruzicka verteidigt diese Aktionen mit dem Argument, er habe dabei immer das Wohl der Firma im Blick gehabt. Dem widerspricht allerdings der Aegis-Anwalt Eckart C. Hild.

 

Die Bestechungensvorwürfe spielen für das aktuelle Verfahren keine Rolle. Die Anklage bezieht sich lediglich auf den Verdacht der Untreue.

 

Die Kompagnons

 

Neben Ruzicka wird noch gegen weitere Beteiligte ermittelt, die sich jedoch mittlerweile wieder auf freiem Fuß befinden. Ex-Carat Chef Heinrich Kernebeck, Aegis-Chefeinkäufer David Linn und Anwalt Cornelius Weber wurden nach umfangreichen Aussagen im Dezember 2006 aus der U-Haft entlassen (kress.de vom 21. Dezember 2006). Ebenfalls geständig zeigte sich Felicitas Conway, Geschäftsführerin der vermeintlichen Geldwäschefirma Camaco. Auch gegen Watson-Geschäftsführer Holger S. wird ermittelt.

 

Fortsetzung folgt.

Nina Kirst

 nk

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