Erster Einblick in Schawinskis Buch.

16.08.2007
 tz
 

Erster Einblick in Schawinskis Buch: Die TV-Falle schnappt zuEx-Sat.1-Chef Roger Schawinski, 62 (Foto links), gewährt einen ersten Blick in sein mit Spannung erwartetes Buch Die TV-Falle. Als Vorabdruck im Zeitmagazin Leben ist eine gekürzte Fassung des Kapitels Der totale Blackout zu lesen, in dem der Autor detailliert seinen schlimmsten Misserfolg als Senderchef beschreibt. „Wir waren mit wehenden Fahnen untergegangen, weil wir unser allerwichtigstes Ziel – Fernsehen für ein großes Publikum herzustellen – nicht zum alleinigen Fokus unserer Bemühungen gemacht hatten“, so Schawinski über den hochgelobten, aber gefloppten Mehrteiler Blackout. Sein in Kürze erscheinendes Buch Die TV-Falle schildert das System Fernsehen aus der Insider-Perspektive – in ungewohnter Offenheit, mit selbst für Branchenprofis spannenden Einblicken.

Erster Einblick in Schawinskis Buch:

 

Die TV-Falle schnappt zu

Roger SchawinskiWenn die TV-Falle zuschnappt, wird es spannend. Roger Schawinski, 62 (Foto links), Schweizer Medienpionier und von 2003 bis 2006 Sat.1-Geschäftsführer, gibt in seinem neuen Buch ungewohnt offene Einblicke hinter die Kulissen des Fernsehens. Einen ersten Vorgeschmack bietet die gekürzte Fassung des Kapitels Der totale Blackout, die als Vorabdruck im Zeitmagazin Leben zu lesen ist.

 

„Als wir den Rohschnitt der ersten Folgen sahen, waren wir verstört“, schreibt Schawinski über den 2005/06 produzierten Mehrteiler Blackout – Die Erinnerung ist tödlich. „Noch nie hatten wir etwas ähnlich Radikales, Eindringliches gesehen. Noch nie waren solche Abgründe in einer solchen Stringenz gezeigt worden. Es war großartig, ohne Zweifel, aber würde der Zuschauer der Komplexität der Handlung folgen können?“

 Die TV-Falle

Schawinski analysiert schonungslos den Weg zum Megaflop, beschreibt heftige Diskussionen mit dem Regisseur („Kegelvic strahlte mit jeder Faser aus, dass er sein Meisterwerk nicht von Menschen eines kommerziellen Senders mit ihren quotenmäßig begründeten Argumenten entweihen lassen wollte“) und ernüchternde Marktforschungsergebnisse („Folge 1 ist zu kompliziert, zu verworren, teilweise langatmig und kognitiv beanspruchend ...“). Sämtliche Planungen – Programmierung, Promotion, Pricing – kommen detailliert zur Sprache. Und das Entsetzen danach: „Dann, so gegen halb neun am nächsten Morgen, hatte ich die Quote auf meinem Blackberry. Aufgeregt spulte ich die einzelnen Sendungen herunter, bis ich es vor mir sah: Blackout 7,0 %. Ich erstarrte augenblicklich. 7 %! Das war eine Katastrophe! Ein Desaster!“

 

Die wechselseitige Abhängigkeit von TV-Sendern und Stars, das schwierige Verhältnis zu Produzenten, alle Details rund um Verliebt in Berlin, die Persönlichkeit von Haim Saban oder sein eigener langer Weg zu Sat.1 mit mehreren Anläufen sind weitere Themen, die Schawinski im Buch schildert. Die TV-Falle – Vom Sendungsbewusstsein zum Fernsehgeschäft erscheint im Zürcher Verlag Kein & Aber. Gemeinsam mit dem Verlag lädt kress am 27. August in Berlin zum Live-Talk mit Roger Schawinski, Typhoon-Chef Marc Conrad und FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld unter dem Titel Wer zeigt’s allen? – Herausforderungen an Fernsehmacher zwischen Rendite und Leidenschaft. Wie Sie als kress-Abonnent exklusiv dabei sein können, erfahren Sie unten im kressPlus.

Torsten Zarges

 tz

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