Radio-Chefs danken in Serie ab.

 

Schleudersitze Radiochef-Abgänge in Reihe Abschiedsstimmung im deutschen Hörfunkmarkt: Innerhalb eines Monats haben gleich sechs Radio-Bosse abgedankt. Anfang Oktober räumte Hartmut Gläsmann bei radio NRW unfreiwillig seinen Posten. Davor musste Stefan Hampe beim Berliner Privatsender r.s.2 die Segel streichen. Auch beim r.s.2-Rivalen 104.6 RTL soll der Geschäftsführer vor dem Absprung stehen. Hans Kuchenreuther (Foto) zieht es nach Brancheninformationen auf den Chefsessel von TV Berlin. Zwei andere haben ihren Chefposten in der Hauptstadt geräumt. Kiss-FM-Chef Marco Brandt hat den Sender nach neun Jahren verlassen. Werner Felten ist seit Anfang Oktober nicht mehr erster Mann beim türkischsprachigen Radio Metropol FM. Einen Karrieresprung macht dagegen Peter Zimmermann, 32. Der bisherige Doppelgeschäftsführer von Landeswelle Thüringen in Erfurt und Radio PSR in Leipzig wird am 1. November Regierungssprecher der sächsischen Landesregierung.  

Schleudersitze

 

Radiochef-Abgänge in Reihe

Hans KuchenreutherAbschiedsstimmung im deutschen Hörfunkmarkt. Innerhalb eines Monats gaben gleich sechs Radio-Bosse ihren Posten verlassen. Ende September musste Stefan Hampe beim Berliner Privatsender r.s.2 die Segel streichen. Auch beim r.s.2-Rivalen 104.6 RTL soll der Geschäftsführer vor dem Absprung stehen. Hans Kuchenreuther (Foto) zieht es nach Brancheninformationen auf den Chefsessel von TV Berlin, was sein Brötchengeber RTL nicht kommentieren will. Zwei andere haben ihren Chefposten in der Hauptstadt geräumt. Kiss-FM-Chef Marco Brandt hat den Sender nach neun Jahren verlassen. Seinen Job erledigt vorerst der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Christopher Franzen, mit. Ein Nachfolger wird gesucht. Werner Felten ist seit Anfang Oktober nicht mehr erster Mann beim türkischsprachigen Radio Metropol FM.

 

Die spektakulärste Personalie kommt allerdings aus dem Westen: Anfang Oktober musste Hartmut Gläsmann seinen Chefsessel bei radio NRW räumen. Die Gesellschafter des Oberhausener Mantelprogrammanbieters wollen sich dazu nicht äußern. Die Sprachlosigkeit hängt wohl damit zusammen, dass sie mit Gläsmann noch schwierige Verhandlungen über das Vertragsende und eine mögliche Abfindung vor sich haben. Vorerst soll Mitgeschäftsführerin und Programmchefin Elke Schneiderbanger den Senderverbund führen. Seit 1996 hat sie zusammen mit Gläsmann die Geschicke bei radio NRW gelenkt. Gläsmann musste anscheinend gehen, weil das Vertrauensverhältnis zu seinen Gesellschaftern im Lauf der Jahre offenbar immer stärker erodierte. Mehr über die Hintergründe im aktuellen kressreport 21/2007.

 

Einen Karrieresprung macht dagegen Peter Zimmermann, 32. Der bisherige Doppelgeschäftsführer von Landeswelle Thüringen in Erfurt und Radio PSR in Leipzig wird am 1. November Regierungssprecher der sächsischen Landesregierung und folgt damit auf Katrin Träger, 44. Nachfolger Zimmermanns in Erfurt wird nach kress-Informationen Lars Gerdau, seit 2006 Programmchef von Energy Sachsen und davor Programm-Manager beim Berliner Sender r.s. 2. Wer Zimmermanns Aufgaben in der PSR-Geschäftsführung übernimmt, steht indes noch nicht fest.

 

Zimmermann wirkt bereits seit 12 Jahren in der Radiobranche, davon seit 9 Jahren in verschiedenen Funktionen bei der Radiobeteiligungsgesellschaft Regiocast, die auch an der Landeswelle Thüringen beteiligt ist. Zum Jahresbeginn 2007 war Zimmermann zusätzlich zu seinem Job in Erfurt in die Geschäftsführung der PSR-Mediengruppe berufen worden, die in Sachsen die Radiosender Radio PSR und R.SA betreibt. Zimmermann verantwortete bei der PSR-Gruppe Kommunikation, Medienpolitik, IT und Sendetechnik. Zuvor hatte er schon als Assistent des Programmdirektors, Unternehmenssprecher und Mitglied der Geschäftsleitung in der Leipziger Radio-Gruppe gewirkt. Bei der Muttergesellschaft Regiocast hatte er zwischenzeitlich vor seiner Berufung nach Thüringen die Unternehmenskommunikation geleitet.

 

Dort hatte er auch mit Michael Sagurna zusammengearbeitet, der in Dresden eine PR-Agentur betrieb und vorher als Regierungssprecher von Kurt Biedenkopf und Medienbeauftragter des Freistaats Sachsen gewirkt hatte. Auch ihn zieht es - was für ein Zufall - zurück in die Politik: Am 7. November wird Sagurna neuer Chef der sächsischen Staatskanzlei. „Dass ich nun für einige Zeit wieder in die Politik wechsle, war nicht geplant, wie diejenigen, die mich näher kennen, wissen", sagt Sagurna in einer E-Mail an Geschäftspartner. Seine Michael Sagurna Agentur hat er abgewickelt.

Eckhard Müller

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