Der Ex-"Mopo"-Chef Matthias Onken wird neben Gerald Selch Chef von "Bild" Hamburg.

 

Matthias Onken: Streit über Wechsel zu "Bild" Krach bei der "Hamburger Morgenpost": Am Freitagmorgen verschickte Springer eine Pressemitteilung, aus der hervorgeht, dass der bisherige Chefredakteur der "Mopo", Matthias Onken (Foto), zum 15. Januar zu "Bild" Hamburg wechseln wird. Dort solle er mit Gerald Selch eine Doppelspitze bilden. Onken hatte vergangene Woche um die Auflösung seines Arbeitsvertrages gebeten. Die "Mopo"-Führung ist nun sauer, weil das Arbeitsverhältnis noch nicht beendet ist und legt Onken Steine auf den Weg zur Konkurrenz: In einer internen Mail, die kress vorliegt, informierte Geschäftsführer Frank Willers die Mitarbeiter am Freitag darüber, dass er Onken "soeben von all seinen Tätigkeiten in unserem Verlag und von seinem Dienst suspendiert habe". Eine Aufhebungsvereinbarung sei aber nicht geschlossen worden. Willers: "Herr Onken bleibt insofern arbeitsvertraglich der 'Mopo' verpflichtet."

Matthias Onken:

 

Streit über Wechsel zu "Bild"

Krach bei der "Hamburger Morgenpost": Am Freitagmorgen verschickte Springer eine Pressemitteilung, aus der hervorgeht, dass der bisherige Chefredakteur der "Mopo", Matthias Onken (Foto), zum 15. Januar zu "Bild" Hamburg wechseln wird. Dort solle er mit Gerald Selch eine Doppelspitze bilden. Onken hatte vergangene Woche um die Auflösung seines Arbeitsvertrages gebeten. Die "Mopo"-Führung ist nun sauer, weil das Arbeitsverhältnis noch nicht beendet ist und legt Onken Steine auf den Weg zur Konkurrenz: In einer internen Mail, die kress vorliegt, informierte Geschäftsführer Frank Willers die Mitarbeiter am Freitag darüber, dass er Onken "soeben von all seinen Tätigkeiten in unserem Verlag und von seinem Dienst suspendiert habe". Eine Aufhebungsvereinbarung sei aber nicht geschlossen worden. Willers: "Herr Onken bleibt insofern arbeitsvertraglich der 'Mopo' verpflichtet."

 

Onken hatte seinen Abgang bei der "Mopo" mit Unzufriedenheit über den verlegerischen Kurs begründet (kress.de vom 7. November 2007).  Die "Mopo" gehört zum Reich von David Montgomery.

 

Onken ist gebürtiger Hamburger und begann seine journalistische Laufbahn 1996 beim "Pinneberger Tageblattt". 2000 wechselte er als Polizei- und Rathausreporter zur "Hamburger Morgenpost". Später wurde er Lokalchef und übernahm im Juli 2006 die Chefredaktion. Für "Bild" Hamburg wäre er auch deswegen ein Gewinn, weil er für ordentlich Lokalkolorit sorgen würde - sein Mitstreiter dort stammt aus dem Bayerischen: Gerald Selch  war erst im Frühjahr vom "SZ-Magazin" gekommen (kress.de vom 23. November 2007).

 

Bei der "Mopo" brodelt es auch wegen der Onken-Nachfolge: In einem Betriebsrats-Info wird eine Steigerung der Rendite von rund 15 auf über 20% beklagt und ein Chefredakteur gefordert, der von der "Mopo"-Redaktion "getragen wird und der zu ihr hält". Onken selbst hatte seine Kündigung gegenüber der Nachrichtenagentur ddp damit begründet, dass seine "redaktionellen Vorstellungen nicht mehr von der verlegerischen Entwicklung gedeckt" seien und sich über fehlende Investitionsbereitschaft beklagt. Auch das Verhältnis zum "Berliner Kurier" und seinem Chefredakteur Hans-Peter Buschheuer war getrübt. Beide Titel gehören zur BV Deutsche Zeitungsholding von Montgomery. Der "Kurier" liefert Service-Seiten für Hamburg, und Buschheuer ist als Chefredakteur Kaufzeitungen der Holding auch für die "Mopo" verantwortlich. Zusammen mit Geschäftsführer Willers sucht er nun extern nach einem neuen Chefredakteur.

hk

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