Die Pin Group will über 1.000 Mitarbeiter entlassen.

 

Reaktion auf Mindestlohn: Pin Group will über 1.000 Mitarbeiter vor die Tür setzen Die Pin Group, der mehrheitlich zu Springer gehörende Post-Dienstleister, hat angekündigt, über 1.000 von 9.000 Mitarbeitern zu kündigen - "in einem ersten Schritt". Schwerpunkt der Massenentlassungen sollen die Länder Niedersachsen und Bremen sein. Mehrere Pin-Gesellschaften seien "infolge der geplanten Einführung des Mindestlohns für Briefzusteller" gezwungen, "in diesen Tagen bei den Arbeitsagenturen Massenentlassungen zu beantragen", so die Pin Group.

Reaktion auf Mindestlohn:

 

Pin Group will über 1.000 Mitarbeiter vor die Tür setzen

Die Pin Group, der mehrheitlich zu Springer gehörende Post-Dienstleister, hat angekündigt, über 1.000 von 9.000 Mitarbeitern zu kündigen - "in einem ersten Schritt". Schwerpunkt der Massenentlassungen sollen die Länder Niedersachsen und Bremen sein. Mehrere Pin-Gesellschaften seien "infolge der geplanten Einführung des Mindestlohns für Briefzusteller" gezwungen, "in diesen Tagen bei den Arbeitsagenturen Massenentlassungen zu beantragen", so die Pin Group.

 

Über die 1.000 Kündigungen hinaus sei eine "Vielzahl weiterer Arbeitsplätze im Konzern gefährdet", heißt es in der Mitteilung der Pin Group weiter. "Mit dem überhöhten Mindestlohn wurde bewusst in Kauf genommen, dass Investments in Milliardenhöhe am Standort Deutschland zunichte gemacht werden und zigtausende von Arbeitsplätzen bei den privaten Briefdienstleistern verloren gehen“, wettert  Günter Thiel (Foto), CEO der Gruppe. Derzeit lasse der Vorstand der Pin Group gemeinsam mit einem "großen deutschen Beratungsunternehmen" Geschäftsmodell und künftige Strategie im Hinblick auf den Fortbestand des Unternehmens" prüfen.

 

Mathias Döpfner, Vorstandschef des Mehrheitsgesellschafters Springer, hatte sich am Montag ähnlich dramatisch geäußert: Man prüfe im Hinblick auf die Pin Group "alle Optionen" - bis hin zur Einstellung des Geschäftsbetriebs (kress.de vom 1. Dezember 2007). Die Wettbewerber der Deutschen Post reagieren mit ihren Drohungen auf die Festlegung eines Mindestlohns für Briefzusteller durch die Große Koalition, der im Westen 9,80 Euro pro Stunde und im Osten 8 Euro betragen soll (kress.de vom 30. November 2007). Auch TNT Post, ein weiterer ambitionierter Herausforderer der Post, hat auf den Mindestlohn reagiert und eine Kooperation mit Hermes Logistik abgeblasen (kress.de vom 3. Dezember 2007).

 

Bei der Pin Group hängt indes der Haussegen nicht nur wegen der Verschlechterung der Rahmenbedingungen durch die Politik schief: Vorstandschef Thiel und Vorstandsmitglied Karsten Böhrs sind laut Presseberichten unzufrieden mit dem Springer-Krisenmanagement und selbst auf dem Absprung. Und Döpfners Mehrheitsübernahme bei der Pin Group für üppige 510 Mio Euro gilt internen Kritikern mittlerweile eher als die Tat eines Hasadeurs als die eines großen Strategen.

hk

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