Bauer-Bilanz: Umsatz steigt im Ausland, fällt im Inland.

12.12.2007
 sw
 

Ausland hui, Inland pfui: Die Geschäfte beim Heinrich Bauer Verlag laufen so la la Konnte der Bauer Verlag für 2006 noch eine minimale Steigerung des Umsatzes um 1,9% auf 1,79 Mrd Euro verzeichnen, werden die Erlöse für 2007 wohl auf dem Niveau von 2006 stagnieren. Das erläuterte Verleger Heinz Bauer auf der Jahrespressekonferenz des Verlages. Die Stagnation ist dabei einzig dem wachsenden Ausländsgeschäft zu verdanken. Hierzulande gehen die Erlöse des Bauer Verlags sogar zurück.

Ausland hui, Inland pfui:

 

Die Geschäfte beim Heinrich Bauer Verlag laufen so la la

Konnte der Bauer Verlag für 2006 noch eine minimale Steigerung des Umsatzes um 1,9% auf 1,79 Mrd Euro verzeichnen, werden die Erlöse für 2007 wohl auf dem Niveau von 2006 stagnieren. Das erläuterte Verleger Heinz Bauer auf der Jahrespressekonferenz des Verlages. Die Stagnation ist dabei einzig dem wachsenden Ausländsgeschäft zu verdanken. Hierzulande gehen die Erlöse des Bauer Verlags sogar zurück.

 

2006 erwirtschaftete der Verlag 785 Mio Euro im Ausland (Vorjahr: 755 Mio Euro). In diesem Jahr werden es wohl sogar 812 Mio Euro sein. Im Inland dagegen sinkt der Umsatz von 1,006 Mrd Euro in 2006 auf voraussichtlich 978 Mio Euro. Grund sei der rückläufige Absatz bei Publikumszeitschriften. Hier rächt sich aber auch, dass der Bauer Verlag in seinem Portfolio zahlreiche ältere Titel wie Yellows und Programmzeitschriften hat, die zudem nach wie vor stark vertriebsabhängig sind.

 

Neue Titel, die die Anzeigenerlöse voranbringen könnten oder neue Erlösquellen, z.B. im Internet, sucht man bisher vergebens. Sein Heil sucht Verleger Bauer weiter im Ausland: "Die Strategie des internationalen Ausbaus der Verlagsgruppe werden wir auch in Zukunft konsequent fortsetzen", sagte er in Hamburg. Der Auslandsanteil am Umsatz von 45% könnte demnächst deutlich steigen. Die Verlagsgruppe möchte wie bereits gemeldet die Publikumszeitschriften und Radiostationen von emap in Engalnd übernehmen. Die machen einen Jahresumsatz von etwa 700 Mio Euro. Ob´s klappt, entscheiden die Aktionäre von emap voraussichtlich Mitte Januar. Verleger Heinz Bauer kündigte in Hamburg an, der Verlag könne den 1,6 Mrd Euro-Deal aus der eigenen Tasche bezahlen.

 

Ein wenig mehr publizistischer Mut in der Heimat würde dem Großverlag freilich auch mal ganz gut zu Gesicht stehen. Man halte an dem Plan fest, 2008 eine neue Zeitschrift auf den Markt zu bringen, sagte Bauer. Ein Projekt im Haus ist die Adaption des US-Erfolgstitels "Life & Style". 

 

Die Strategie der vor kurzem gegründeten Bauer Digital KG erläuterte Geschäftsleiter Andreas Schoo. Man habe den richtigen Zeitpunkt erwischt, um "vehement" in digitale Medien zu investieren, sagte Schoo. Zum einen werde man bestehende Marken im Internet ausbauen. Des weiteren entwickele man markenunabhängige Websites "in eigenen Kompetenzbereichen". Beispielsweise könne man sich Auto- oder Jugendportale vorstellen. Als dritten Baustein nannte der Geschäftsleiter den Zukauf bestehender Online-Firmen, die zum Bauer-Portfolio passten. Schließlich seien auch internationale Plattformen denkbar. In Polen betreibt der Verlag das Portal "Interia.pl". Der Auf- und Ausbau des digitalen Geschäftsfeldes sei auf 3 bis 5 Jahre angelegt, sagte Schoo. Man wolle eine "relevante Rolle" im deutschen und europäischen Markt spielen.

 

Einen kleinen Seitenhieb gab´s in Richtung Springer und der vor dem Aus stehenden PIN AG. Auf "absehbare" Zeit, so Andreas Schoo, sehe er Bauer als einzigen Wettbewerber der Deutschen Post AG. 37.000 Zusteller stellten rund 130 Mio Sendungen pro Jahr zu - in der Mehrzahl handelt es sich um Zeitschriften. "Alle, die ins Postgeschäft einsteigen wollen, unterschätzen die Komplexität des Geschäfts", urteilte Heinz Bauer. "Wahrscheinlich ist es leichter, emap zu kaufen, als der Post Konkurrenz zu machen."   

cm/sw

 sw

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.