Die "WirtschaftsWoche" soll zu einem "Wirtschafts-Nachrichtenmagazin" werden.

 

"WirtschaftsWoche":  Die "WiWo" soll schneller werden Die "WirtschaftsWoche" soll zu einem "Wirtschafts-Nachrichtenmagazin" werden. Roland Tichy, 52, seit September vergangenen Jahres Chefredakteur der Zeitschrift, legt mit Ausgabe 4, die am 21. Januar erscheint, einen Rebrush der "WiWo" vor. Erst vor kurzem ging das Internet-Portal "wiwo.de" in neuem Look online. Zwar steht das Grundlayout des Heftes nicht zur Debatte, doch im Detail will Tichy das Heft - die Auflage im vierten Quartal 2007 lag bei 188.177 Verkauften und damit gut 2.000 Exemplare über Vorjahr - aufpolieren, oder, wie er im Gespräch mit kress sagt, "ästhetisieren". Details zum "WiWo"-Rebrush mit Seiten-Dummies gibt's beim Klick auf "Mehr"!

"WirtschaftsWoche":

 

Die "WiWo" soll schneller werden

Roland Tichy Die "WirtschaftsWoche" soll zu einem "Wirtschafts-Nachrichtenmagazin" werden. Roland Tichy, 52, seit September vergangenen Jahres Chefredakteur der Zeitschrift, legt mit Ausgabe 4, die am 21. Januar erscheint, einen Rebrush der "WiWo" vor. Erst vor kurzem ging das Internet-Portal "wiwo.de" in neuem Look online. Zwar steht das Grundlayout des Heftes nicht zur Debatte, doch im Detail will Tichy die Zeitschrift - deren Auflage im vierten Quartal 2007 bei 188.177 Verkauften lag und damit gut 2.000 Exemplare über Vorjahr - aufpolieren, oder, wie er im Gespräch mit kress sagt, "ästhetisieren".

 

Ein wichtiger Punkt auf der Tichy-Agenda: Der Hefteinstieg soll künftig schneller werden. Tichy: "Bisher dauerte das für die Leser zu lange." Das Politik-Ressort bekommt mit "Konjunktur und Wissenschaft" ein eigenes Unterressort, das akademische Debatten aufgreifen und entsprechende Zielgruppen ansprechen soll. Unter dem Namen "Denkfabrik" startet gleichzeitig eine Kolumne, die von wechselnden Gastautoren verfasst wird.

 

Große Geschichten noch größer, mehr Infografiken 

 

Informativer, plakativer, konsumerabler - das sind die Adjektive, mit denen Tichy seine Redakteure auf Trab hält. Bisher sei das Blatt "zu gleichförmig" dahergekommen, analysiert der Wirtschaftsjournalist, der bisher in den Chefetagen von "Capital", "Impulse", "Telebörse", "Euro" und "Handelsblatt" saß. Das bedeutet: Große Geschichten wie die Titelstory werden künftig noch größer gezogen, kleinere Geschichten gestrafft. Infografiken, die bereits jetzt hoch im Kurs stehen, sollen künftig noch stärker eingesetzt werden.

 

Mit dem Titel "nah dran" an die Menschen 

 

Besonderes Augenmerk legt der Chef auf die Titelgestaltung. Die "Wiwo"-Cover sind seit seinem Antritt bewusst optisch reduziert - oft steht ein zentrales Objekt im Fokus, drumherum viel Weißraum. Beispiele: Ein Apfel mit Totenkopf-Zeichen ("Was an Bio faul ist"), ein geschmolzener Euro ("Die globale Inflation kehrt zurück"), ein alter Bettler-Schlapphut mit ein paar Münzen und dem Spruch "Die Rente ist sicher" in der Innenkrempe ("Wie alt können Sie sich leisten?"). Auch Titel mit People-Charakter sind möglich - so zierten neulich Gerd Strehle und Tochter Viktoria von der Modemarke Strenesse das Titelbild für eine Geschichte über Töchter als Unternehmenschefinnen. Man wolle nicht nur Zahlen präsentieren, sondern "nah dran" an die Menschen, sagt Tichy.

 

Ein Heft habe sich gut am Kiosk verkauft, wenn über 20.000 Exemplare abgesetzt werden konnten, sagt Tichy. In der zweiten Jahreshälfte 2007 schafften das laut IVW-Statistik etwa eine Handvoll Ausgaben. Im vierten Quartal verkauften sich durchschnittlich 18.272 Hefte jede Woche - ein Plus von 6% zum Vorjahresquartal. Vor dem Wechsel des Erscheinungstages auf Montag lag der Einzelverkauf nur bei rund 14.000 Exemplaren in der Woche. Der Anstieg im Einzelverkauf ist allerdings auch das Ergebnis einer umfassenden (und sicher teuren) Marketing-Kampagne.

 

Neue Gesichter, neue Zuständigkeiten 

 

In dem in vielen Chefetagen beliebten Ranking der meistzitierten deutschen Wochenmedien, das vom Media Tenor erhoben wird, arbeitet man sich ebenfalls nach vorne: In der Rubrik Wirtschaft zog die "WiWo" demnach an der "FTD" vorbei.

Sein Vorbild, wie ein Magazin ohne viel Aufhebens verändert werde, sei der "Spiegel", sagt Tichy. Es gelte, die "WiWo" "unauffällig und leise" weiter zu entwickeln. Ohne ein entsprechendes Team geht das allerdings nicht. Neues Redaktionsmitglied im Hauptstadtbüro ist Katharina Koufen, die von der "taz" kommt und über sozialpolitische Themen berichten wird. Als Ressortleiter Politik in Düsseldorf firmiert künftig der bisherige Politik-Redakteur Konrad Handschuch. Federführender Politik-Häuptling bleibt "WiWo"-Vize Michael Inacker, der das Berliner Büro leitet. Die Ressortleitung Geld und Börse wird künftig von Hauke Reimer aus Frankfurt erledigt. Tichy macht außerdem ein Büro in München auf, für das derzeit ein Korrespondent gesucht wird. Eine Dependance in Bayern gab es schon einmal, die aber wegen des gestiegenen Kostendrucks einst geschlossen wurde. Manchmal kann auch ein Blick zurück einen Schritt nach vorne bedeuten.

 

Ein Interview mit "WiWo"-Chef Roland Tichy lesen Abonnenten in der kommenden kressreport-Ausgabe 2/2008, die am 25. Januar erscheint. Beispiele für neue "WiWo"-Seiten gibt's jetzt schon zu sehen: unten im PLUS-Teil!

Christian Meier

 

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.