Ab sofort: Müller von Blumencron und Mascolo werden "Spiegel"-Chefredakteure.

05.02.2008
 

Endlich bestätigt:   Müller von Blumencron und Mascolo sind ab sofort Spiegel-Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (Foto links), 47, Chefredakteur von "Spiegel Online", und Georg Mascolo (Foto rechts), Leiter des "Spiegel"-Hauptstadtbüros in Berlin, übernehmen ab sofort die Chefredaktion des "Spiegel". Stefan Aust wurde mit sofortiger Wirkung als "Spiegel"-Chefredakteur abberufen und freigestellt. Dies haben die Gesellschafter des Spiegel-Verlags, die Mitarbeiter KG, der Verlag Gruner + Jahr und die Erben des Gründungsherausgebers Rudolf Augstein, beschlossen. „Wir freuen uns sehr, zwei exzellente Journalisten für die Chefredaktion des Spiegel gewonnen zu haben. Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo bringen alle Voraussetzungen mit, die Bedeutung des Spiegel als ein weltweit beachtetes kritisches Magazin zu bewahren und weiterzuentwickeln“, so Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags. Hauptmotive für die hausintern umstrittene Abberufung Austs seien die Notwendigkeiten einer Verjüngung an der Spitze und einer Modernisierung des Blattes, teilte der Verlag am Nachmittag mit.

Endlich bestätigt:

 

Müller von Blumencron und Mascolo werden Spiegel-Chefredakteure

Mathias Müller von BlumencronGeorg MascoloMathias Müller von Blumencron (Foto links), 47, Chefredakteur von "Spiegel Online", und Georg Mascolo (Foto rechts), 43, Leiter des "Spiegel"-Hauptstadtbüros in Berlin, übernehmen ab sofort die Chefredaktion des Nachrichtenmagazins. Stefan Aust, 61, wurde mit sofortiger Wirkung als Chefredakteur abberufen und freigestellt. Dies haben die Gesellschafter des Spiegel-Verlags, die Mitarbeiter KG, der Verlag Gruner+Jahr und die Erben des Gründungsherausgebers Rudolf Augstein, beschlossen.

 

Mario Frank, Geschäftsführer des Spiegel Verlags, wird in einer Pressemitteilung mit den Worten zitiert: „Wir freuen uns sehr, zwei exzellente Journalisten für die Chefredaktion des Spiegel gewonnen zu haben. Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo bringen alle Voraussetzungen mit, die Bedeutung des Spiegel als ein weltweit beachtetes kritisches Magazin zu bewahren und weiterzuentwickeln.“

 

 

Hauptmotive für die hausintern umstrittene

Stefan Aust

Abberufung Stefan Austs seien die Notwendigkeiten einer Verjüngung an der Spitze und einer Modernisierung des Blattes, teilte der Verlag am Dienstagnachmittag mit. Für den seit mehr als 13 Jahre amtierenden Aust hat der Verlag auch eine nicht-personalisierte Danksagung übrig: "Es ist maßgeblich sein Verdienst, dass der ,Spiegel' in einem stark umkämpften Zeitschriftenmarkt Deutschlands bedeutendstes und Europas auflagenstärkstes Nachrichtenmagazin ist." Aust habe eine "außerordentlich erfolgreiche Arbeit" geleistet.

 

Nicht von ungefähr heißt es in der Pressemitteilung, Austs Vertrag ende zum 31. Dezember 2008. Aust selbst scheint das anders zu sehen - er streitet sich via Anwalt Matthias Prinz über seine Abfindung. Der Journalist reklamiert offenbar für sich, dass sein Vertrag erst zum 31. Dezember 2010 endet, bzw. der als Herausgeber von Spiegel TV zu Ende 2013. Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Hamburg scheiterte am Montag, weil sich die beiden Parteien nicht einigen konnten. Zwischen den Positionen von Aust und dem Spiegel Verlag lägen etliche Millionen Euro, war zu hören. Ein Verhandlungstermin ist am 7. Mai angesetzt.

 

So lange wollte man beim "Spiegel" nicht warten und bestätigte endlich die seit langem inoffiziell bekannte Neubesetzung der Chefredaktion. Mathias Müller von Blumencron kam 1992 von der "WirtschaftsWoche" zum "Spiegel" und war u.a. Wirtschaftskorrespondent in Washington. Georg Mascolo startete 1988 bei Spiegel TV und wechselte 1992 zum gedruckten "Spiegel". Zuletzt leitete er zusammen mit Dirk Kurbjuweit das Berliner "Spiegel"-Büro.

 

Die seit Mitte November andauernde Hängepartie bei dem Nachrichtenmagazin ist damit beendet. Ob nun Ruhe einkehrt, ist eine andere Frage.

Christian Meier

 

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