"Humanglobaler Zufall" kommt an den Kiosk.

 

Ab Montag am Kiosk: Einmal um die Welt mit Springer Was manchen Zeitschriften fehlt, klebt in der neuen Zeitschrift "Humanglobaler Zufall" deutlich sichtbar im Heft: ein dicker, roter Faden. Rund zehn Cent pro Ausgabe koste diese kleine Beigabe, schätzt Jan-Eric Peters, 43, der Direktor der Axel-Springer-Akademie, die das Magazin herausgibt. Die erste Ausgabe liegt ab Montag, den 21. April, für fünf Euro am Kiosk. "Wir zeigen die subjektive Seite der Globalisierung", sagt Chefredakteur Dennis Buchmann, 30, der offiziell den etwas hochtrabenden Titel "Global Editor" trägt. Vier Ausgaben der edel aufgemachten Zeitschrift, die mit einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren an den Start geht, sollen bis Jahresende erscheinen. Zur Erinnerung: Das Magazin, das in einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren erscheint, ist das siegreiche Projekt des Springer-Journalistenwettbewerbs "Scoop".

Ab Montag am Kiosk:

 

Einmal um die Welt mit Springer

Was manchen Zeitschriften fehlt, klebt in der neuen Zeitschrift "Humanglobaler Zufall" deutlich sichtbar im Heft: ein dicker, roter Faden. Rund zehn Cent pro Ausgabe koste diese kleine Beigabe, schätzt Jan-Eric Peters, 43, der Direktor der Axel-Springer-Akademie, die das Magazin herausgibt. Die erste Ausgabe liegt ab Montag, den 21. April, für fünf Euro am Kiosk.

Der rote Faden ist nicht nur eine nette Spielerei, die dem hochwertig anmutenden Blatt einen zusätzlichen Touch des Speziellen verleiht, sondern er symbolisiert auch das Konzept von "Humanglobaler Zufall". Auf dessen Cover steht: "200 Fotos - Sechs Reportagen - Ein roter Faden". Schwerpunkt des Magazins sind sechs Porträts von Menschen in Ecuador, Deutschland, Kanada, den USA und Costa Rica, von denen Malte in Südamerika Pramod in Berlin kennt, der wiederum mit Sven in New Orleans befreundet ist. Und so weiter.

"Wir zeigen die subjektive Seite der Globalisierung", sagt Chefredakteur Dennis Buchmann, 30, der offiziell den etwas hochtrabenden Titel "Global Editor" trägt. Sein Büro hat Buchmann im sechsten Stock des Springer-Hochhauses, wo auch die Akademie residiert.

 

Zur Erinnerung: Das Magazin, das in einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren erscheint, ist das siegreiche Projekt des Springer-Journalistenwettbewerbs "Scoop". Im vergangenen Dezember wurde Buchmann, Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München, von einer Jury zum Gewinner des Wettbewerbs erklärt. Bereits vier Monate später liegt die erste Ausgabe auf dem Redaktionstisch, die Website dazu ist unter der Adresse www.humanglobalerzufall.de online.

 

So schnell geht es im Verlagswesen selten. Was zeigt, dass das Magazin für den Springer Verlag wie einst die Literaturzeitschrift "Der Freund" (2004-2006) etwas Besonderes ist. Ein wenig Spielplatz, ein wenig Vorzeigeobjekt und ein Beleg dafür, dass man es etwa mit Gruner + Jahr in Sachen kleinen, aber feinen Projekten aufnehmen kann. Wenn man nur will. "Die Herausforderung war, in sehr kurzer Zeit mit sehr kleinem Team ein außergewöhnliches Reportagemagazin auf die Beine zu stellen. Das ist noch einmal etwas anderes als eine kleine, feine Literaturzeitschrift ohne Fotos und Anzeigen", sagt Peters, der mit seinem Stellvertreter und alten Weggefährten Marc Thomas Spahl, 40, die Projektleitung übernommen hat.

 

Nach jetzigem Stand werden vier Ausgaben der Zeitschrift erscheinen. Das Budget von einer halben Mio. Euro ist dann erschöpft, und schon so arbeiten viele Verlagskollegen aus Spaß an der Freud (ja, das soll es noch geben) nebenbei mit, gewähren Fotografen und Autoren Sonderpreise. Peters: "Bevor wir acht Ausgaben mit halber Kraft produzieren, machen wir lieber vier Ausgaben genau so, wie wir sie uns vorstellen." Ideengeber Buchmann nimmt es locker und findet auch, man müsse das Heft eben "ganz machen oder gar nicht".

 

Aber wer weiß - vielleicht kommt der kalkulierte Zufall so gut an, dass es nach den vier Ausgaben in die Verlängerung geht. In der Erstausgabe wurden 15 Anzeigenseiten zu je 5.000 Euro gebucht, z.B. von eBay, BMW, Adidas, VW und L´Oréal. Eine kleine Kampagne von der Agentur Töchter+Söhne startet in diesen Tagen. Und die Vorstandsetage von Springer, sagt Peters, sei von dem Heft "begeistert".

 

Das dürfen die Herren durchaus sein. Das Konzept von "Humanglobaler Zufall" ist charmant und könnte die „Neon"-Generation ansprechen. Die Fotos (u.a. Armin Smailovic, Heji Shin, Jörg Koopmann) sind schlichtweg sensationell, die Umsetzung durch Creative Director Mirko Borsche ist durchdacht, liebevoll und das Blättern nicht nur wegen des matt-rauen Papiers eine Freude. Einzig die Texte, wahrlich nicht das Unwichtigste, könnten noch an Kontur und Prägnanz gewinnen.

 

Dennis Buchmann ist jedenfalls schon jetzt um mehrere Erfahrungen reicher. Kürzlich saß der junge Zeitschriftenmacher selbst in einer Jury und zeichnete zusammen mit den neuen Kollegen „BamS"-Chef Claus Strunz und „Bunte"-Boss Patricia Riekel "wegweisende Printwerbung" aus. Und auf Dienstreise ist er auch schon gegangen: In Quito verzehrte er im Dienst des "Humanglobalen Zufall" ein gebratenes Meerschweinchen.

Christian Meier

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.