Sport1: Gemeinsam statt einsam.

02.05.2008
 
 

Sport1-Relaunch: Konkurrenz darf mitspielen Jan Schwark (Foto), 42, seit zehn Wochen bei Sport1 als Geschäftsführer im Amt, kündigt für Spätsommer oder Herbst einen "Sport1.de"-Relaunch an. Beim Umbau geht es nicht ums Aussehen, sondern um das inhaltliche Konzept. Schwarks Taktik: Die EM.Sport-Media-Tochter Sport1 soll sich für konkurrierende Sportangebote öffnen, im Gegenzug aber deren Werbeplätze verkaufen. Schwark will den Informations-Schatz von fremden Inhalte-Anbietern heben: Diese sollen beispielsweise den Golf-, Tischtennis oder Handball-Channel mit Details füttern, gleichzeitig aber ihre eigene Seite weiterbetreiben. Denkbar sei auch, zusammen mit einem Sport-Kameraden ein neues Angebot aufzusetzen und dieses Hand in Hand zu vermarkten.

Sport1-Relaunch:

 

Konkurrenz darf mitspielen

Jan Schwark (Foto), 42, seit zehn Wochen bei Sport1 als Geschäftsführer im Amt, kündigt für Herbst/Spätsommer einen "Sport1.de"-Relaunch an. Beim Umbau geht es nicht ums Aussehen, sondern um das inhaltliche Konzept. Schwarks Taktik: Die EM.Sport-Media-Tochter Sport1 soll sich für konkurrierende Sportangebote öffnen, im Gegenzug aber deren Werbeplätze verkaufen. Sport1 vermarket sich seit Anfang März selbst. Schwark will den Informations-Schatz von fremden Inhalte-Anbietern heben: Diese sollen beispielsweise den Golf-, Tischtennis oder Handball-Channel mit Details füttern, gleichzeitig aber ihre eigene Seite weiterbetreiben. Schwark will seine neuen Sport-Freunde zum Ausgleich mit Agentur-, Bild- oder Videomaterial versorgen und die Vermarktung übernehmen. Denkbar sei auch, zusammen mit einem Sport-Kameraden ein neues Angebot aufzusetzen und dieses Hand in Hand zu vermarkten. Derzeit gebe es sehr konkrete Gespräche mit 10 bis 15 Partnern.

 

"In der EM.Sport Media AG gab es sicher Interessen, sich breiter aufzustellen. Im Online-Geschäft hat sich aber gezeigt, dass man nicht immer etwas besitzen oder sich beteiligen muss, um ein gute Partnerschaft auf die Beine zu stellen“, sagt Schwark. Statt selbermachen oder kaufen also lieber vermarkten. Schwark spielt dabei in die Karten, dass im Sport das Mitmach-Web besonders ausgeprägt ist: Nutzer liefern Informationen in einer Vielfalt und Qualität, die von Sportportalen wie Sport1 gar nicht zu stemmen sind. Ein Beispiel ist die von Matthias Seidel betriebene Seite "transfermarkt. de “, für die die IVW monatlich rund 100 Mio. Seitenaufrufe ausweist. Zu den Highlights des Fußballportals zählen eine Gerüchteküche, auf der Fans über Spielerwechsel spekulieren, eine Spieler-Datenbank und gut besuchte Vereinsforen, die bis in die Oberliga reichen.

 

 

Doppelpass mit dem User

 

Auch Schwark will mit dem User Doppelpass spielen: "Wir haben begonnen, die Redakteure wesentlich stärker auf der Seite zu präsentieren – mit Fotos, mit Kolumnen, Meinungen und Kommentaren.“ Der User soll darauf reagieren, Sport1 soll keine anonyme Fläche mehr sein: "Da sind Menschen dahinter, Fachleute auf ihrem Gebiet. Warum soll man als User diese nicht kontaktieren und mit ihnen diskutieren können?“, so Schwark.

 

Eigen-Vertrieb

Sport1 hat mehrere Jahre auf die Dienste des Onlinevermarkters mediasquares vertraut, seit Anfang März vermarktet sich Sport1 selbst. "Wir stocken unseren Personalstamm im Vertrieb auf, um mehr Fahrt auf die Straße zu bringen und mit großen Ambitionen im Markt aufzutreten“, sagt Schwark. In ihrer jüngsten internet-facts-Welle wies die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (Agof) die Sport1 GmbH mit 2,36 Mio. Unique Usern als höchsten Neueinsteiger unter den Vermarktern aus.

 

Wachstums-Motor Sport 1

 

Die EM.Sport Media hat jüngst die Schlagzahl im Online-Geschäft erhöht: Die Münchner konnten die Samwer-Brüder als strategischen Partner für Sport1 gewinnen, dazu haben sie die Mehrheit bei der Community-Agentur Kupferwerk übernommen und Angebote wie "sportsfreunde.de“ und "hombrero. de“ ausgerollt. Sport1 gilt in der AG als Wachstumsmotor – das Unternehmen konnte 2007 das wirtschaftlich beste Ergebnis seit der Gründung erzielen, 70% des Geschäfts stammen aus Werbeerlösen

 

Textinhalte genauso wichtig wie Bewegtbild

Um die Tabellenführung bei den deutschsprachigen Sportwebseiten im EM- und Olympia-Jahr zu verteidigen, hat Sport1 sein Bewegtbild-Angebot erweitert: Bei "Sport1 TV" werden seit Mitte März viermal täglich kurze Sportnachrichten präsentiert – ein Konter gegen das Spiegel/kicker-Videoangebot "kicker. tv news“. Sport1 unterhält dabei ein eigenes Produktionsstudio, in dem mehr als zehn Mitarbeiter arbeiten. Schwark: "Ich halte Videoinhalte für sehr wichtig, aber es geht nicht soweit, dass es zwingend exklusive Nutzungsrechte sein müssen. Denn exklusiv heißt im Sport zumeist live und die Live-Übertragung eines Events im Internet trifft selten das Nutzungsbedürfnis der Internet-User.“ Insbesondere dann nicht, wenn parallel eine Live-Übertragung im TV stattfände. Sport1 bietet zusammen mit Rechteinhabern auch sogenannte Premium- Sportübertragungen an – mit mehr (Handball-WM) oder weniger (Fußball- Champions-League) großen Nutzerzahlen. Deshalb will Schwark auch nicht in das Hohelied auf das Bewegtbild einstimmen: "Textinhalte haben bei Sport1 die gleiche, wenn nicht teilweise sogar eine größere Bedeutung als Bewegtbild. Statistiken, Tabellen, Hintergründe und historische Infos treffen auf ein großes Interesse bei unseren Usern.“ Ebenso relevant seien Fotos.

 

10.000 Nutzer für das Onlinespiel "Fußball Challenge 08"

 

Auch im Games-Geschäft will es Schwark im Zug des Relaunches ins nächste Level schaffen: einen Vorgeschmack biete die "Fußball Challenge 08“, die Sport1 zusammen mit der Wiener Greentube AG ("Ski Challenge“) veranstaltet. Für das Online-Spiel hätten sich in den ersten zwei Wochen bereits über 10.000 User registriert.

 

Den kompletten Sport1-Artikel "Gemeinsam statt einsam" gibt´s im aktuellen kressreport.

Marc Bartl

 

 

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