Machtkampf um Yahoo: Icahn bekommt Hilfe

15.05.2008
 
 

Machtkampf um Yahoo:  Icahn bekommt Hilfe Nach US-Milliardär Carl Icahn (Foto) hat auch ein zweiter Yahoo-Großaktionär der Geschäftsführung des Internetkonzerns den Kampf angesagt. Die US-Beteiligungsgesellschaft Paulson & Co erklärte, sie unterstütze Icahns Gegenkandidaten für den Yahoo-Verwaltungsrat. Zugleich forderte Unternehmenschef John Paulson das Yahoo-Management auf, sich doch noch mit Microsoft zu einigen. Paulson hat Finanzkreisen zufolge in den vergangenen Monaten einen Anteil von 50 Mio Yahoo-Aktien eingesammelt. Das entspricht rund 3,4%. Der Investor gehört zu den wenigen Anlegern, die auf die Krise im Immobilienmarkt gewettet und damit im vergangenen Jahr Milliarden gemacht haben. Icahn hält jetzt offiziell 4,3% an Yahoo und verlangt ebenfalls von der Yahoo-Geschäftsführung, die Übernahmegespräche mit Microsoft wieder aufzunehmen (kress.de vom 14. Mai 2008 ). Yahoo schießt jetzt ebenfalls gegen Icahn: Sein Plan zur Neubesetzung des Verwaltungsrates mit seinen eigenen handverlesenen Interessenvertretern sei nicht im besten Sinne der Yahoo-Aktionäre. Yahoo sei auch weiter zur Prüfung eines höheren Angebots auch von Microsoft bereit, aber derzeit liege keine Kaufofferte auf dem Tisch, schrieb Yahoo-Verwaltungsratschef Roy Bostock in einem offenen Brief an den US-Milliardär. Wer dieser Icahn ist - umblättern.

Machtkampf um Yahoo:

 

Icahn bekommt Hilfe

Nach US-Milliardär Carl Icahn (Foto) hat auch ein zweiter Yahoo-Großaktionär der Geschäftsführung des Internetkonzerns den Kampf angesagt. Die US-Beteiligungsgesellschaft Paulson & Co erklärte, sie unterstütze Icahns Gegenkandidaten für den Yahoo-Verwaltungsrat. Zugleich forderte Unternehmenschef John Paulson das Yahoo-Management auf, sich doch noch mit Microsoft zu einigen. Paulson hat Finanzkreisen zufolge in den vergangenen Monaten einen Anteil von 50 Mio Yahoo-Aktien eingesammelt. Das entspricht rund 3,4%. Der Investor gehört zu den wenigen Anlegern, die auf die Krise im Immobilienmarkt gewettet und damit im vergangenen Jahr Milliarden gemacht haben. Icahn hält jetzt offiziell 4,3% an Yahoo und verlangt ebenfalls von der Yahoo-Geschäftsführung, die Übernahmegespräche mit Microsoft wieder aufzunehmen. Die Offerte des Softwarekonzerns von 33 Dollar pro Aktie biete für Yahoo eine bessere Perspektive als die Aussicht darauf, weiterhin eigenständig zu sein, so Icahn. Gemeinsam seien Microsoft und Yahoo stark genug, um dem Suchmaschinenriesen Google Paroli zu bieten.

 

Yahoo schießt jetzt ebenfalls scharf gegen Icahn: Sein Plan zur Neubesetzung des Verwaltungsrates mit seinen eigenen handverlesenen Interessenvertretern sei nicht im besten Sinne der Yahoo-Aktionäre. Yahoo sei auch weiter zur Prüfung eines höheren Angebots auch von Microsoft bereit, aber derzeit liege keine Kaufofferte auf dem Tisch, schrieb Yahoo-Verwaltungsratschef Roy Bostock in einem offenen Brief an Icahn.

 

Um Druck zu machen, hatte der Großaktionär eine Kandidatenliste für einen neuen Yahoo-Verwaltungsrat präsentiert: Die zehn Gefolgsleute, darunter er selber, stünden bereit, um bei der Hauptversammlung am 3. Juli gegen das aktuelle Yahoo-Direktorium anzutreten. Icahn will die vor knapp zwei Wochen geplatzte Milliardenübernahme durch Microsoft nun erzwingen: "Es ist unverschämt, dass der Verwaltungsrat das Angebot den Aktionären nicht zur Abstimmung vorgelegt hat." Er werde seine Beteiligung an Yahoo weiter massiv aufstocken. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörde FTC plant er den Kauf von Yahoo-Aktien für insgesamt 2,5 Mrd Dollar (1,6 Mrd Euro). Bereits in den vergangenen Tagen habe er rund 59 Mio Aktien erworben. Dies entspricht etwas mehr als 4% und dürfte bereits über 1 Mrd Dollar gekostet haben.

 

Microsoft hatte vor knapp zwei Wochen ein zuletzt auf 47,5 Mrd Dollar (31 Mrd Euro) erhöhtes Kaufangebot für Yahoo zurückgezogen. Die Parteien konnten sich nicht auf einen Preis einigen.

 

Icahn erreichte bereits bei einer Reihe von Unternehmen Fusionen und Verkäufe. Zuletzt setzte er den angeschlagenen Telekomausrüster Motorola massiv unter Druck, bis der US-Konzern die Abspaltung seiner Handysparte ankündigte und Icahn Verwaltungsratssitze einräumte. Der aggressive Geschäftsmann scheiterte aber auch schon mit Attacken: Am Medienkonzern Time Warner biss er sich einst die Zähne aus.

Marc Bartl

 

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Kress Pro Magazin
2019/#10

Lesen Sie im aktuellen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte bei Medien: Relotius-Affäre und Print-Online-Fusion: Wie Steffen Klusmann sein erstes Jahr beim 'Spiegel' überlebte. Dazu: Die besten Medienmanager, Chefredakteure und Newcomer 2019 - und Klambt-Verleger Lars Rose sagt im Strategiegespräch, wo er zukaufen möchte.

Inhalt konnte nicht geladen werden.