rbb spart und macht Schluss mit "Polylux".

21.05.2008
 nic
 

Mach' et jut, Tita!  rbb spart sich "Polylux" Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) stellt zum Jahresende das ARD-Hauptstadtmagazin "Polylux" ein. Hinter dem Aus stecken massive finanzielle Engpässe in der Sendeanstalt. "Polylux" ist seit elf Jahren im Ersten auf Sendung, jährlich wurden 30 Ausgaben ausgestrahlt - immer donnerstags, in den späten Abendstunden nach "Schmidt & Pocher" oder dem "Scheibenwischer". Charismatische Frontfrau der Sendung ist Tita von Hardenberg (Foto), die mit ihrer Produktionsschmiede Kobalt Produktions Film- und Fernseh GmbH die Herstellung der Sendung besorgt. Von den Sparzwängen ist auch der Radiosender Radiomultikulti betroffen, der Ende 2008 komplett aus dem Äther verschwindet. In der Kasse des rbb fehlen in der nächsten Gebührenperiode 54 Mio Euro.

Mach' et jut, Tita!

 

rbb spart sich "Polylux"

 

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) stellt zum Jahresende das ARD-Hauptstadtmagazin "Polylux" ein. Hinter dem Aus stecken massive finanzielle Engpässe in der Sendeanstalt. "Polylux" ist seit elf Jahren im Ersten auf Sendung, jährlich wurden 30 Ausgaben ausgestrahlt - immer donnerstags, in den späten Abendstunden nach "Schmidt & Pocher" oder dem "Scheibenwischer". Charismatische Frontfrau der Sendung ist Tita von Hardenberg (Foto), die mit ihrer Produktionsschmiede Kobalt Produktions Film- und Fernseh GmbH die Herstellung der Sendung besorgt. Von den Sparzwängen ist auch der Radiosender Radiomultikulti betroffen, der Ende 2008 komplett aus dem Äther verschwindet. In der Kasse des rbb fehlen in der nächsten Gebührenperiode 54 Mio Euro.

 

Nach allem Für und Wider hätte man sich schließlich für das Ende von "Polylux" entscheiden müssen, sagte rbb-Specher Ralph Kotsch. rbb-Fernsehdirektorin Claudia Nothelle dankte dem "Polylux"-Team für "viele schräge Einfälle und den Blick auf die komischen Seiten Berlins". "Polylux" habe die Hauptstadt "gegen den Strich gebürstet", leider gebe es dafür keine finanziellen Möglichkeiten mehr. Von Hardenbergs Produktionsfirma produziert für den rbb neben "Polylux" auch Trailer und Reportagen - wie sich die Einstellung des Fernsehmagazins sich dort peronell auswirkt, ist noch unklar.

 

Von der Einstellung der Hörfunkwelle Radiomultikulti sind dagegen 28 feste rbb-Mitarbeiter betroffen. Nach Angaben des rbb-Hörfunkdirektors Christoph Singelnstein soll für diese nach neuen Stellen im Haus gesucht werden. Auch um das Schicksal der freien Mitarbeiter will sich Singelnstein kümmern und sie bei anderen Programmen unterbringen. Der Sender besteht seit 1994 und erreichte laut der letzten Media-Analyse einen Marktanteil von 0,8%, also rund 37.000 Hörer. Auf der Berliner Frequenz 96,3 MHz wird ab 1. Januar nächsten Jahres das multikulturelle WDR-Programm "Funkhaus Europa" gesendet. "Funkhaus Europa" gibt es seit 1998, das Programm sendet ein 24-Stunden-Programm auf Deutsch und 17 anderen Sprachen.

 

In der kommenden Gebührenperiode fehlen dem rbb nach derzeitigen Schätzungen rund 54 Mio Euro in der Kasse. Grund: Im Sendegebiet seien 14,5% der Haushalte von der GEZ-Gebühr befreit, das liege deutlich über dem ARD-Durchschnitt von 9%. Dazu kommen Abwanderungen aus dem Sendegebiet und säumige Zahler. Der rbb sei "unverschuldet in Not" geraten, meint Ulrike Liedtke, Vorsitzende des rbb-Rundfunkrates. rbb-Intendantin Dagmar Reim habe bei wohlhabenden ARD-Anstalten um Unterstützung gebeten, aber leider nur wenig erhalten. Das führe nun "zu diesen unvermeidlichen, bitteren programmlichen Konsequenzen". Schon seit der Gründung des rbb im Jahre 2003 (aus SFB und ORB) hatte die Anstalt bereits 320 Planstellen kürzen müssen und einen hohen zweistelligen Mio-Betrag eingespart.

Nico Kunkel

 

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