Monatsmarktanteile im Juni: ARD und ZDF kicken RTL vom Thron.

01.07.2008
 rs
 

Monatsmarktanteile im Juni: ARD und ZDF kicken RTL vom Thron König Fußball regiert: Wie nicht anders zu erwarten hat die Fußball-Europameisterschaft im Juni die übliche Marktanteils-Rangfolge der großen Sender kräftig durcheinandergewirbelt. Die Gewinner im Quotenrennen waren natürlich ARD und ZDF, die sich dank der attraktiven Live-Übertragungsrechte mit jeweils 13,0% Marktanteil in der Werbezielgruppe auf den ersten Platz vorschoben. Unter den Privatkonkurrenten traf RTL der EM-Ausnahmeeffekt am Härtesten. Die Kölner mussten ihren üblichen Spitzenplatz bei den jungen Zuschauern jetzt mit ARD und ZDF teilen und erzielten ebenfalls nur einen 13,0-prozentigen Marktanteil in der Werbezielgruppe - ein dramatischer Einbruch von 3,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Schlimmer noch: Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 konnte RTL immerhin einen Zielgruppen-Marktanteil von 15,0 Prozent halten. Hier weitere Hintergründe zum öffentlich-rechtlichen Siegeszug im Juni.

Monatsmarktanteile im Juni:

 

ARD und ZDF kicken RTL vom Thron

EM König Fußball regiert: Wie nicht anders zu erwarten hat die Fußball-Europameisterschaft im Juni die übliche Marktanteils-Rangfolge der großen Sender kräftig durcheinandergewirbelt. Die Gewinner im Quotenrennen waren natürlich ARD und ZDF, die sich dank der attraktiven Live-Übertragungsrechte mit jeweils 13,0% Marktanteil in der Werbezielgruppe auf den ersten Platz vorschoben. Unter den Privatkonkurrenten traf RTL der EM-Ausnahmeeffekt am Härtesten. Die Kölner mussten ihren üblichen Spitzenplatz bei den jungen Zuschauern jetzt mit ARD und ZDF teilen und erzielten ebenfalls nur einen 13,0-prozentigen Marktanteil in der Werbezielgruppe - ein dramatischer Einbruch von 3,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat. Schlimmer noch: Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 konnte RTL immerhin einen Zielgruppen-Marktanteil von 15,0% halten.

 

Bei den Marktanteilen der Gesamtzuschauer hatte die ARD mit 18,0% die Nase noch vor dem ZDF mit 17,6%, was sich vermutlich durch die geringfügig besseren Werte für einzelne Fußball-flankierende Formate wie "Waldis EM-Club" erklären lässt. Das reichweitenstärkste Spiel der EM lief allerdings im ZDF. Die Halbfinal-Partie "Deutschland - Türkei" verfolgten 23,43 Mio. Zuschauer, was für einen Marktanteil von 81,5% bei den Gesamtzuschauern sorgte.

 

Das ZDF konnte sich mit den EM-Marktanteilen auch gegenüber den starken Werten der letzten Fußball-Weltmeisterschaft verbessern: Gegenüber dem Juni 2006 machte das ZDF bei den Gesamtzuschauern 0,7 Prozentpunkte wett, die ARD verlor dagegen leicht (Juni 2006: 18,4% Marktanteil bei den Gesamtzuschauern).

 

Weniger schmerzhaft fielen die Marktanteilsverlust für ProSieben und Sat.1 aus, die beide jeweils 2,1 respektive 2,0 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat verloren. Dabei dürfte ProSieben deutlich geschickter gehaushaltet haben. Die Münchner schickten vergleichsweise preiswert produzierte Formate wie "Elton vs. Simon - Die Show" ins Rennen, die immerhin noch gute Zielgruppen-Marktanteilswerte (damals 13,5%) holten. Sat.1 dagegen verpulverte vor allem durch den zusätzlichen TV-Movie-Sendeplatz am Donnerstag während der EM teure Eigenproduktionen.

 

Gut behaupten konnte sich im Fußball-Monat Juni Vox. Der Sender verlor lediglich 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat und kam bei den jungen Zuschauern auf einen Monatsmarktanteil von 6,2%. Bei den Kölnern erweisen sich weiterhin die Seriendauerbrenner "CSI: NY" und "Criminal Intent - Verbrechen im Visier" als sichere Bank. Der Vox-Höhenflug vom Herbst 2007 (Marktanteil Oktober 2007: 8,7%) ist aber offenbar längst Stoff für die Geschichtsbücher.

Rupert Sommer

 

 
Rang
 
 
Sender
 
 
Marktanteil 14-49 in %
 
 
Zuschauer ges. in %
 
 
14-49 Juni vs. Mai
 
1. Das Erste  
13,0
 
 
18,0
 
 
+5,9
 
2. ZDF  
13,0
 
 
17,6
 
 
+7,5
 
3. RTL  
13,0
 
 
9,8
 
 
-3,3
 
4. ProSieben  
10,4
 
 
6,0
 
 
-2,1
 
5. Sat.1  
9,1
 
 
9,2
 
 
-2,0
 
6. VOX  
6,2
 
 
4,6
 
 
-0,9
 
7. ARD-Dritte  
6,1
 
 
11,8
 
 
-0,5
 
8. RTL 2  
5,6
 
 
3,5
 
 
-1,3
 
© kress.de  
Quelle: AGF/GfK + Media Control
 

 

 rs

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