Poker um die Fußball-Rechte: Premiere pocht auf Exklusivität.

05.08.2008
 rs
 

Poker um die Fußball-Rechte: Premiere pocht auf Exklusivität Gute Mine zum verfahrenen Spiel: Carsten Schmidt (Foto), beim Bezahlsender Premiere als Vorstand Sport und New Business für die kniffligen Verhandlungen um die künftigen Bundesliga-Live- Übertragungen zuständig, wünscht sich eine rasche Einigung im offenen Bieterverfahren. "Ich hoffe, dass sich bis Weihnachten die Lage geklärt hat", sagte Schmidt am Dienstag in München. "Wir sind aber nicht Herr des Verfahrens." Mit dem Bundeskartellamt, das sich für die Interessen der Free-TV-Zuschauer an samstäglichen Spielezusammenfassungen vor 20:00 Uhr stark macht, stehe Premiere "in engem Dialog", so Schmidt. "Unser Ziel haben wir auch jetzt nicht aufgegeben: Wir wollen mit mehr Exklusivität aus der Rechtevergabe gehen." Umblättern.

Poker um die Fußball-Rechte:

 

Premiere pocht auf Exklusivität

Carsten Schmidt Gute Mine zum verfahrenen Spiel: Carsten Schmidt (Foto), beim Bezahlsender Premiere als Vorstand Sport und New Business für die kniffligen Verhandlungen um die künftigen Bundesliga-Live- Übertragungen zuständig, wünscht sich eine rasche Einigung im offenen Bieterverfahren. "Ich hoffe, dass sich bis Weihnachten die Lage geklärt hat", sagte Schmidt am Dienstag in München. "Wir sind aber nicht Herr des Verfahrens." Mit dem Bundeskartellamt, das sich für die Interessen der Free-TV-Zuschauer an samstäglichen Spielezusammenfassungen vor 20:00 Uhr stark macht, stehe Premiere "in engem Dialog", so Schmidt. "Unser Ziel haben wir auch jetzt nicht aufgegeben: Wir wollen mit mehr Exklusivität aus der Rechtevergabe gehen."

 

Welche Kompromiss-Lösungen Schmidt favorisiert, ließ er sich nicht entlocken. Mit Blick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft möchte er den Deal aber schnell in trockene Tücher bekommen. "Mit Unsicherheit lässt sich nicht gut wirtschaften", räumte er in München ein. Aktuell lässt Premiere eine neue Marketingoffensive zum Bundesliga-Start am 15. August anrollen, die sich der Sender im zweiten Halbjahr brutto rund 40 Millionen Euro kosten lässt.

 

Laut Schmidt fällt sein Marketing-Budget für das zweite Halbjahr rund doppelt so hoch wie sonst üblich aus. Kernstück des neuen Sport-Auftritts, der das "Triple"-Angebot aus Bundesliga-Fußball, Champions League-Spielen und aktuell neu allen 63 Spielen des DFB-Pokals beinhaltet, ist eine Werbekampagne mit klassischem 35-sekündigen TV-Spot (kress.de vom 30. Juli 2008). Summiert bietet Premiere in dieser Saison erstmalig (und wie man in Unterföhring natürlich hofft nicht letztmalig) rund 800 Spiele aus den drei Wettbewerben live und zusammengefasst in Konferenzschaltungen an - so viel Fußball wie noch nie.

 

Der DFB-Pokal mit seinen K.O.-Regeln steht für Schmidt für "Tradition ebenso wie für Drama". Für besonders brisante Partien etwa Spiele von Mannschaften der Ersten gegen die Dritte Liga will er erstmalig in regional maßgeschneiderten Kampagnen trommeln. Alle Spiele der Fußball-Bundesliga können als Stand-alone-Angebot "Premiere Fußball Bundesliga" für 19,99 Euro pro Monat abonniert werden. In Kombination mit dem Paket "Premiere Sport" kommt man - eine 24-monatige Vertragslaufzeit vorausgesetzt - auf 34,99 Euro monatlich. Dann sind aber auch die Champions League-Spiele und der DFB Pokal enthalten.

 

Vorglühen auf die Magie der Königsklasse lässt Premiere allerdings auch zum Nulltarif: Am 13. August übertragt Sat.1 in der Arena auf Schalke das CL-Qualifikationsspiel FC Schalke 04 gegen Athletico Madrid. Premiere produziert das Spiel, die Rechte für die Ausstrahlung liegen aber bei Sat.1. "Das ist eine prima Schaufensterveranstaltung für uns", so Carsten Schmidt.

 

Um sicherzugehen, dass das die "Triple"-Offensive den Ball auch nicht ins Leere schlägt, will Premiere sicherstellen, dass Schwarzseher künftig auch wirklich schwarz sehen. Dafür stellt die Pay-Plattform ihre Verschlüssungstechnik mit Hilfe der Partner NDS Videoguard und Nagravision um. Seit dem 4. August tauscht Premiere die Smartcards seiner Satellitenkunden aus. Gleichzeitig werden die Receiver mit neuer Software versorgt. Händler sollten daher nur noch update-fähige Geräte verkaufen. Auch Kunden kleinerer Kabelnetze müssen ihre Zugangskarte auswechseln. Weitere Einzelheiten zum Tausch bietet die Seite www.premiere.de/kartentausch.

 

Zum Hintergrund: Premiere sind die gehackten Receiver ein Dorn im Auge, denn für Besitzer solcher Geräte wird Pay- zu Free-TV. "Wer Premiere sehen will, sollte sich lieber einen Premiere geeigneten Receiver kaufen und ein legales Abo abschließen - alles andere ist rausgeschmissenes Geld," warnt Hans Seger, Programm- und Technik-Chef bei Premiere. Eines der Unternehmen, das Premiere dabei Hilft, ist NDS. An ihm ist Murdochs News Corp. beteiligt - wie auch an Premiere.

 

Rupert Sommer

 rs

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