"Beachtliches Ausmaß von Verschleierung": Reitze belastet Emig.

03.09.2008
 

"Beachtliches Ausmaß von Verschleierung":  Reitze schießt gegen Emig HR-Intendant Helmut Reitze (Foto) hat seinen ehemaligen Sportchef Jürgen Emig vor Gericht schwer belastet. Emig habe für seine Machenschaften "ein beachtliches Ausmaß von Verschleierung und Vertuschung" eingesetzt, so Reitze am Mittwoch vor dem Frankfurter Landgericht (kress.de vom 23. August 2008). Emig sei mit einem "beachtlichen Energieaufwand außerordentlich clever" vorgegangen, sagte Reitze. Er räumte aber ein, die Unregelmäßigkeiten "hätte man ein paar Monate früher sehen können". Er selbst habe sich oft die Frage gestellt, ob er zu spät gehandelt habe. Einige Entscheidungen habe er er zwar "verdächtig" gefunden, dahinter aber nicht ein solches Ausmaß der Verfehlungen vermutet. So hat sich Reitze nach eigener Aussage gewundert, dass es in der HR-Sportsendung am Tag nach einem spektakulären Interview von ARD-Moderator Waldemar Hartmann mit dem aus Hessen stammenden Rudi Völler keine Nachberichterstattung gegeben habe. Stattdessen habe der HR-Sportkalender von der IAA berichtet. Umblättern.

"Beachtliches Ausmaß von Verschleierung":

 

Reitze schießt gegen Emig

HR-Intendant Helmut Reitze (Foto) hat seinen ehemaligen Sportchef Jürgen Emig vor Gericht schwer belastet. Emig habe für seine Machenschaften "ein beachtliches Ausmaß von Verschleierung und Vertuschung" eingesetzt, so Reitze am Mittwoch vor dem Frankfurter Landgericht (kress.de vom 23. August 2008). Emig sei mit einem "beachtlichen Energieaufwand außerordentlich clever" vorgegangen, sagte Reitze. Er räumte aber ein, die Unregelmäßigkeiten "hätte man ein paar Monate früher sehen können". Er selbst habe sich oft die Frage gestellt, ob er zu spät gehandelt habe. Einige Entscheidungen habe er er zwar "verdächtig" gefunden, dahinter aber nicht ein solches Ausmaß der Verfehlungen vermutet. So hat sich Reitze nach eigener Aussage gewundert, dass es in der HR-Sportsendung am Tag nach einem spektakulären Interview von ARD-Moderator Waldemar Hartmann mit dem aus Hessen stammenden Rudi Völler keine Nachberichterstattung gegeben habe. Stattdessen habe der HR-Sportkalender von der IAA berichtet.

 

Emig habe sich dabei gegen die gesamte Sportredaktion durchgesetzt, weil sich die von ihm initierte Firma SMP ein Interview mit dem damaligen Opel-Chef mit 30.000 Euro bezahlen ließ. In einem anderen Fall habe ein Redakteur auf Anweisung Emigs während eines fünfminütigen Berichts über ein Eishockeyspiel ein rund einminütiges Gewinnspiel anpreisen müssen.

 

Auf die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft und der Polizei, wonach der HR die Ermittlungen gegen Emig nicht ausreichend unterstützt habe, antwortete Reitze ausweichend: Er selbst habe keine Anweisungen gegeben, die Arbeit der Ermittler zu behindern.

 

Reitze ist nach nach dem früheren HR-Fernsehdirektor Hans-Werner Conrad der zweite Vorgesetzte, der sich von Emig distanziert (kress.de vom 28. August 2008 ). Der Prozess wird am 9. September mit der Vernehmung von Reitzes Amtsvorgänger Klaus Berg fortgesetzt.

 

Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft wirft Jürgen Emig Bestechlichkeit, Anstiftung zur Bestechung, Betrug sowie Untreue vor. Er soll mehr als 600.000 Euro aus Schmiergeldern und Schleichwerbung eingestrichen und dadurch den HR geschädigt haben. Das Urteil könnte Ende Oktober gesprochen werden. Emig droht eine mehrjährige Haftstrafe.

mb

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