Mr. Murdoch, übernehmen Sie:Premiere-Boss Börnicke wirft das Handtuch.

10.09.2008
 nic
 

Mr. Murdoch, übernehmen Sie: Premiere-Boss Börnicke wirft das Handtuch Big Bang in Unterföhring: Michael Börnicke (Foto), Vorstandschef der Premiere AG, räumt seinen Posten und verlässt den Pay-TV-Sender. Er habe den Aufsichtsrat gebeten, ihn von seiner Aufgabe zu entbinden. Das Gremium habe dieser Bitte entsprochen, heißt es in einer Mitteilung vom Mittwochabend. "Ich habe mich aus persönlichen Gründen entschieden, den Vorstandsvorsitz zur Verfügung zu stellen", wird Börnicke zitiert. Das Kontrollgremium hat den Nachfolger sofort parat und besetzt den Chefposten aus den eigenen Reihen: Der News-Corp.-Mann und Rupert-Murdoch-Vertraute Mark Williams übernimmt das Ruder bei Premiere - allerdings nur übergangsweise. Laut "FTD" (Donnerstagsausgabe) hat Premiere-Großinvestor Murdoch Börnicke zum Rücktritt gedrängt: Murdoch habe sich mehrfach über die wirtschaftliche Lage von Premiere nicht vollständig informiert gefühlt - umblättern.

Mr. Murdoch, übernehmen Sie:

 

Premiere-Boss Börnicke wirft das Handtuch

Big Bang in Unterföhring: Michael Börnicke (Foto), Vorstandschef der Premiere AG, räumt seinen Posten und verlässt den Pay-TV-Sender. Er habe den Aufsichtsrat gebeten, ihn von seiner Aufgabe zu entbinden. Das Gremium habe dieser Bitte entsprochen, heißt es in einer Mitteilung vom Mittwochabend. "Ich habe mich aus persönlichen Gründen entschieden, den Vorstandsvorsitz zur Verfügung zu stellen", wird Börnicke zitiert. Das Kontrollgremium hat den Nachfolger sofort parat und besetzt den Chefposten aus den eigenen Reihen: Der News-Corp.-Mann und Rupert-Murdoch-Vertraute Mark Williams übernimmt übergangsweise das Ruder bei Premiere. 

 

Wie lange Williams als Interims-Vorstandsvorsitzender tätig sein wird - unklar. Williams sitzt erst seit Sommer im Aufsichtsrat des Bezahlsenders, das Mandat legt er ab sofort zugunsten des Vorstandspostens auf Eis. Ebenso wie seine Funktionen als Finanzvorstand Europa und Asien der News Corporation und Mitglied der Geschäftsführung von Sky Italia. Beide Firmen gehören dem australo-amerikanischen Medienmogul Rupert Murdoch, der mittlerweile mit 25,01% an Premiere beteiligt ist. Williams berichtet an James Murdoch, der sich um die News-Corp.-Geschäfte in Europa und Asien kümmert. James gilt als Kronprinz und potenzieller Nachfolger seines Vaters Rupert Murdoch, dem seit dem ersten Premiere-Aktien-Erwerb Übernahmephantasien unterstellt werden - offenbar zurecht.

 

Mark Williams: "Ich übernehme gerne den Vorstandsvorsitz der Premiere AG, die neue Aufgabe kam überraschend. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Management Team, um den Erfolg von Premiere sicherzustellen. Ich bin davon überzeugt, dass es ein großes Potenzial für das Pay-TV in Deutschland gibt. Ich weiß, dass die Einschätzung von der News Corporation geteilt wird."

 

Am Montag hatten die Einschätzungen des neuen Großeigners noch für Stunk im Hause gesorgt. So berichtete der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe vom Montag, die neuen amerikanischen Teilhaber forderten mehr "Disziplin" im Abo-Management. Die Zahl der tatsächlichen Abonnenten sei weit kleiner als die offiziell von Premiere verkündeten 3,55 Mio (kress.de vom 7. September 2008). Neulich peilte Börnicke noch ein Wachstum auf 10 Mio Kunden bis 2012 an (kress.de vom 12. Juni 2008). Zudem nahm ebenfalls am Mittwoch Vertriebschef Jürgen Müller seinen Hut - offiziell aber ohne Zusammenhang mit den Abo-Vorwürfen (kress.de vom 10. September 2008). Überdies plagen den Bezahlsender rote Zahlen und die unsichere aber existenzielle Frage der Bundesliga-TV-Rechte (kress.de vom 7. August 2008). Laut "FTD" (Donnerstagsausgabe) hat nun Murdoch Börnicke zum Rücktritt gedrängt: Murdoch habe sich mehrfach über die wirtschaftliche Lage von Premiere nicht vollständig informiert gefühlt.

 

Im März 2005 hatte Börnicke als Finanzvorstand unter anderem erfolgreich den Börsengang von Premiere über die Bühne gebracht. Vor rund einem Jahr übernahm er schließlich den Chefsessel von Georg Kofler, der sich aus der Medienszene verabschiedete (kress.de vom 13. August 2007).

Nico Kunkel

 nic

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.