Bauer hat den Grossisten Mügge und Grade die Auslieferung gekündigt.

 

Zoff mit Grossisten: Bauer kündigt Grade und Mügge Die Bauer Verlagsgruppe setzt ihre harte Gangart gegenüber dem Grosso fort: Nach kress-Infos hat sie den Grossisten Heinz-Ulrich Grade KG (Elmshorn) und Hinrich Mügge KG (Stade) zum 28. Februar 2009 die Auslieferung ihrer Titel gekündigt. Eine Bauer-Sprecherin bestätigte das. Der Verlag wolle mit leistungsstarken Partnern zusammenarbeiten, heißt es im Haus. Verlegertochter und Vertriebschefin Yvonne Bauer (Foto) hatte den Ton in der Diskussion um die Zukunft des Presse-Großhandels erst in der vergangenen Woche in einem Interview verschärft und gefordert, Vertriebs- und Grossosystem müssten sich "deutlich verändern": "Grundsätzlich möchten wir, dass der Umsatzbeitrag unserer Titel zur Finanzierung des Gesamtsystems gerechter als bisher berücksichtigt wird - etwa durch mehr Leistung des Grossos". Wer die Bauer-Titel in Stade und Elmshorn in Zukunft an den Einzelhandel ausliefern soll - umblättern!

Zoff mit Grossisten:

 

Bauer kündigt Grade und Mügge

Die Bauer Verlagsgruppe setzt ihre harte Gangart gegenüber dem Grosso fort: Nach kress-Infos hat sie den Grossisten Heinz-Ulrich Grade KG (Elmshorn) und Hinrich Mügge KG (Stade) zum 28. Februar 2009 die Auslieferung ihrer Titel gekündigt.. Eine Bauer-Sprecherin bestätigte das. Der Verlag wolle nur mit leistungsstarken Partnern zusammenarbeiten, heißt es im Haus. In Stade und Elmshorn soll in Zukunft die Bauer-Tochter Pressevertrieb Nord (PVN), Hamburg, die Auslieferung der Bauer-Titel übernehmen.

 

Vertriebschefin Yvonne Bauer (Foto) hatte den Ton in der Diskussion um die Zukunft des Presse-Großhandels erst in der vergangenen Woche in einem Interview verschärft und gefordert, Vertriebs- und Grossosystem müssten sich "deutlich verändern": "Grundsätzlich möchten wir, dass der Umsatzbeitrag unserer Titel zur Finanzierung des Gesamtsystems gerechter als bisher berücksichtigt wird - etwa durch mehr Leistung des Grossos", sagte die Verlegertochter.

 

Das Verhältnis zwischen Bauer und Verlagen wie Springer auf der einen Seite und Grosso auf der anderen Seite ist gerade aus mehreren Gründen angespannt: Beide Seiten verhandeln auch über neue Handelsspannen, Bauer gehört dabei zu den Verlagen, die ihre Verträge mit dem Grosso bereits vorsorglich gekündigt haben. Dem Verlag ist vor allem die Regelung zuwider, wonach sich mit sinkenden Auflagen die Handelsspannen erhöhen. Yvonne Bauer forderte in dem Interview mit der Zeitschrift "Horizont" weiter, dass "Presseerzeugnisse gemäß ihrer Nachfrage- und Umsatzbeteiligung" platziert werden sollten. Nicht verkäuftliche Titel sollten ganz aus den Regalen genommen werden.

 

Weiterer Streitpunkt: Das Grosso hatte auf seiner Jahrestagung in Baden-Baden die Weitergabe von Einzelhandelsdaten an die Verlage eingeschränkt und das mit Erfordernissen des Datenschutzes begründet. Dagegen geht u.a. auch Bauer auf die Barrikaden. In dieser Frage sieht es indes nach Entspannung aus: Verlage und Grosso seien "auf einem guten Weg" für einen neue Modus der Zusammenarbeit, so Ludwig von Jagow, Geschäftsführer Vertrieb beim VDZ. Die erarbeiteten Vorschläge müssten allerdings noch von den Datenschützern "freigegeben" werden.

Henning Kornfeld

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