Die WAZ-Gruppe will im Frühjahr eine gemeinsame Mantelredaktion für drei ihrer vier NRW-Titel einf

 

Neues WAZ-Modell: Eine Mantelredaktion für drei NRW-Titel Die WAZ-Gruppe hat jetzt den Plan für die zukünftige Redaktionsstruktur ihrer NRW-Titel publik gemacht: Demnach soll es für "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" und  "Westfälische Rundschau" vom Frühjahr 2009 an nur eine gemeinsame Mantelredaktion geben, einen "Content-Desk". Sein Sitz wird wahrscheinlich Essen sein. Anders als von der "FAZ" (Freitagsausgabe) postuliert, wird die "Westfalenpost" nicht an den neuen "Content Desk" angedockt: Sie soll als "Heimatzeitung für Südwestfalen" eine eigene Mantelredaktion behalten. Die WAZ-Gruppe hat die Pläne am Donnerstag den Betriebsräten vorgestellt, sie sollen jetzt Gelegenheit haben bis Ende des Monats eigene Vorschläge dazu zu machen. Unterschrieben haben das Konzept "WAZ"-Chefredakteur Ulrich Reitz (Foto), 48, "NRZ"-Chef Rüdiger Oppers, 48, und "WR"-Chefin Kathrin Lenzer, 37. Geistiger Vater dürfte aber Reitz sein. Weitere Details zum neuen WAZ-Modell - umblättern!

Neues WAZ-Modell:

 

Eine Mantelredaktion für alle NRW-Titel

Die WAZ-Gruppe hat jetzt den Plan für die zukünftige Redaktionsstruktur ihrer NRW-Titel publik gemacht: Demnach soll es für "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" und "Westfälische Rundschau" vom Frühjahr 2009 an nur eine gemeinsame Mantelredaktion geben, einen "Content-Desk". Sein Sitz wird wahrscheinlich Essen sein. Anders als von der "FAZ" (Freitagsausgabe) postuliert, wird die "Westfalenpost" nicht an den neuen "Content Desk" angedockt: Sie soll als "Heimatzeitung für Südwestfalen" eine eigene Mantelredaktion behalten. Die WAZ-Gruppe hat die Pläne am Donnerstag den Betriebsräten vorgestellt, sie sollen jetzt Gelegenheit haben bis Ende des Monats eigene Vorschläge dazu zu machen.

 

Unterschrieben haben das Konzept "WAZ"-Chefredakteur Ulrich Reitz (Foto), 48, "NRZ"-Chef Rüdiger Oppers, 48, und "WR"-Chefin Kathrin Lenzer, 37. Geistiger Vater dürfte aber Reitz sein. 48. Er will sein Baby nicht ausschließlich als Sparkonzept verstanden wissen: "Wenn eine Zeitung in Deutschland heute sparen muss, bleibt ihr wenig anderes übrig, als blank zu sparen", sagte er der "FAZ". "Bei der WAZ-Gruppe müssen wir sparen, können das aber gleichzeitig nutzen, um die Qualität zu verbessern." Die "FAZ" spekuliert indes, dass die neue zentrale Mantelredaktion mit einem Viertel weniger Redakteure auskommt. Derzeit sind in allen Mantelredaktionen der vier Zeitungen rund 200 Redakteure beschäftigt. In dem Konzept, das auch kress vorliegt, heißt es zur Personalausstattung lediglich: "Die personelle Stärke richtet sich nach dem Workflow, der noch in Einzelheiten zu bestimmen ist und nach der Online-Anbindung."

 

Bisher waren die Redaktionen der NRW-Titel voneinander weitgehend unabhängig - das ist bald Geschichte: Ihre Der "Content-Desk" liefert dem Konzept zufolge "für In- und Ausland, Wirtschaft, Sport, Kultur, Vermischtes und Fernsehen qualitativ hochwertigen Content an die Titel von 'NRZ', 'WAZ' und 'WR'". Die früheren Ressorts der drei Titel würden ersetzt durch Newsdesks für Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Vermischtes / Fernsehen. Jeder Newsdesk habe einen eigenen Chef bzw. Ressortleiter. "Wir bündeln unsere Kompetenz im Ausland (Washington, Brüssel, Moskau, Paris, London) und im Inland in Düsseldorf und Berlin", so das Schreiben.

 

Die WAZ-Gruppe steht in NRW vor großen Herausforderungen: Mit Ausnahme der "WAZ" sind nach offiziellen Angaben alle Titel defizitär. WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach will 30 Mio Euro pro Jahr sparen und hat die Unternehmensberatung Schickler eingeschaltet. Das jetzt vorgestellte Redaktionskonzept ist nur ein Teil der Umbaupläne für das Unternehmen. Der Gesamtumfang des Personalabbaus steht noch nicht fest: Angeblich sollen bis zu 300 der 900 Arbeitspläte in NRW abgebaut werden. Auch die Verträge mit der Nachrichtenagentur dpa stehen offenbar zur Disposition (kress.de vom 29. Oktober 2008). Ulrich Reitz, der schon länger als Befürworter einer größeren Zentralisierung geht, ist in der Redaktion jetzt der starke Mann: Er ist gerade auch in den Geschäftsleiterkreis der WAZ-Gruppe berufen worden (kress.de vom 24. Oktober 2008).

 

Sie wollen das WAZ-Konzept selber lesen? Einfach auf den Plusteil zu dieser Meldung klicken! Die WAZ-Gruppe selbst informiert unter www.derwesten.de/blogs/mediengruppe/ über ihre Vorhaben.

hk

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