Wirtschaftskonzentration: G+J bündelt Titel in Hamburg.

 

Unternehmenskonzentration: G+J bündelt Wirtschaftstitel in Hamburg Nun ist es offiziell: Gruner +Jahr bündelt seine Wirtschaftstitel "Capital", "Impulse", "Börse Online" und "Financial Times Deutschland" am Hamburger Stammsitz. Bisher war die Wirtschaftspresse auf die Standorte Köln, München und Hamburg verteilt. In der Hansestadt wird eine Zentralredaktion eingerichtet, die "FTD"-Chef Steffen Klusmann (Foto), 42, leiten soll. Die Chefredakteure Ursula Weidenfeld ("Impulse"), Stefanie Burgmaier ("Börse Online") und der Nachfolger von Klaus Schweinsberg bei "Capital" sollen die "inhaltliche Verantwortung für ihre Marken" behalten. Im März 2009 soll der Betrieb mit 250 Redakteuren losgehen, 60 Stellen werden abgebaut. "Die Schaffung der Redaktion Wirtschaft ist der einzige Weg, die nötigen Einsparungen durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen zu erzielen und zugleich die Identität und Qualität der Blätter zu wahren", so Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz in einer Pressemitteilung. Mehr Hintergründe - bitte blättern! 

Unternehmenskonzentration:

 

G+J bündelt Wirtschaftstitel in Hamburg

Nun ist es offiziell: Gruner + Jahr bündelt seine Wirtschaftstitel "Capital", "Impulse", "Börse Online" und "Financial Times Deutschland" am Hamburger Stammsitz. Bisher war die Wirtschaftspresse auf die Standorte Köln, München und Hamburg verteilt. In der Hansestadt wird eine Zentralredaktion eingerichtet, die "FTD"-Chef Steffen Klusmann (Foto), 42, leiten soll. Die Chefredakteure Ursula Weidenfeld ("Impulse"), Stefanie Burgmaier ("Börse Online") und der Nachfolger von Klaus Schweinsberg bei "Capital" sollen die "inhaltliche Verantwortung für ihre Marken" behalten. Im März 2009 soll der Betrieb mit 250 Redakteuren losgehen, 60 Stellen werden abgebaut. "Die Schaffung der Redaktion Wirtschaft ist der einzige Weg, die nötigen Einsparungen durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen zu erzielen und zugleich die Identität und Qualität der Blätter zu wahren", so Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz in einer Pressemitteilung.

 

Die Verlierer des neuen G+J-Modells sitzen in Köln und München: Die Standorte von "Capital" und "Impulse" (Köln) und "Börse Online" (München) werden geschlossen, die Mitarbeiter müssen sich für die neue Redaktion in Hamburg bewerben. Gekündigt werden sollen dem Vernehmen nach 48 Mitarbeitern von "Capital", 18 von "Impulse" und 45 von "Börse Online". In Hamburg sind nur 50 Stellen für sie vorgesehen. Das Vorgehen des Verlags hat in Köln und München daher für erheblichen Unmut gesorgt. "Die wollen uns gar nicht haben", sagt ein Redakteur. Der Verlag nehme in Kauf, dass sich die Leistungsträger nicht für die neuen Jobs in Hamburg bewerben.

 

Die neue Zentralredaktion wird nach Verlagsangaben in die Ressorts Unternehmen, Mittelstand/Gründer/Steuern, Geldanlage, Finanzen News, Politik, Lifestyle und Agenda unterteilt. Insgesamt also ein aus Versatzstücken aller Titel zusammengewürfelter Mischmasch. Über die Besetzung der Ressortleiterstellen werde "in den kommenden Wochen" entschieden. Zusätzlich richte man ein Reporter- und Autorenteam ein. Die Online-Redaktionen werden zusammengelegt. Die Finanzredaktion bleibt in Frankfurt, Politik wird aus der Berliner Redaktion erledigt. Inhalte sollen nach Angaben eines G+J-Sprechers aber nicht von mehreren Titeln gleichzweitig verwendet werden.

 

G+J hat die "vor uns liegende krisenhafte Gesamtsituation" (Bernd Buchholz) zum Anlass für den Umbau der Wirtschaftsmedien genommen. G+J-Vorstandschef Bernd Kundrun hatte Ende Oktober bereits einschneidende Maßnahmen angekündigt, darunter auch Titeleinstellungen (kress.de vom 29. Oktober 2008). Der Umbau der Wirtschaftspresse dürfte der spektakulärste Teil des Gesamtpakets sein. Von den vier Wirtschaftsiteln ist offenbar nur "Impulse" in den schwarzen Zahlen.  Am Montag war bereits publik geworden, dass "Capital"-Chef Klaus Schweinsberg den Verlag verlässt (kress.de vom 17. November 2008).

Christian Meier 

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