"So sozialverträglich wie möglich": WAZ-Pläne nehmen Gestalt an.

05.12.2008
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"So sozialverträglich wie möglich":  WAZ-Pläne nehmen Gestalt an Rund 260 Stellen sollen bei WAZ-Gruppe wegfallen, allerdings möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen. Dies wurde von der nicht öffentlichen Betriebsversammlung bekannt, die am Freitag im Essener Kino Lichtburg stattfindet. "So sozialverträglich wie möglich“ solle der Umbau über die Bühne gehen, habe WAZ- Geschäftsführer Bodo Hombach (Foto) zugesichert. Die Anzahl der gekappten Stellen entspricht damit fast exakt der Empfehlung der Beratungsfirma Schickler, die der WAZ-Gruppe riet, 261 der knapp 900 Stellen ihrer vier NRW-Zeitungen abzubauen (kress.de vom 4. Dezember 2008). Wie sich die Chefetage diese Sozialverträglichkeit vorstellt: Umblättern.

"So sozialverträglich wie möglich":

 

WAZ-Pläne nehmen Gestalt an

Rund 260 Stellen sollen bei WAZ-Gruppe wegfallen, allerdings möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen. Dies wurde von der nicht öffentlichen Betriebsversammlung bekannt, die am Freitag im Essener Kino Lichtburg stattfindet. "So sozialverträglich wie möglich“ solle der Umbau über die Bühne gehen, habe WAZ- Geschäftsführer Bodo Hombach (Foto) zugesichert. Die Anzahl der gekappten Stellen entspricht damit fast exakt der Empfehlung der Beratungsfirma Schickler, die der WAZ-Gruppe riet, 261 der knapp 900 Stellen ihrer vier NRW-Zeitungen abzubauen (kress.de vom 4. Dezember 2008).

 

Den Mitarbeitern würden Altersteilzeitangebote gemacht, auch jüngerer Beschäftigte sollen auf Teilzeitarbeit umsteigen. Konkrete Angaben zur Zusammenlegung von Redaktionen machte das Unternehmen nicht. Den Angaben zufolge sind vom Abbau sowohl Arbeitsplätze in den Lokalteilen wie auch im Mantel der Zeitungen betroffen. Bis Januar wird an Konzepten zur Verwirklichung der Pläne gearbeitet - in Absprache mit den Betriebsräten und der Belegschaft. Ab März soll das Sparpaket umgesetzt werden. Die WAZ gibt in NRW die Zeitungen "WAZ", "Neue Ruhr/Neue Rhein-Zeitung" ("NRZ"), "Westfälische Rundschau" ("WR") und "Westfalenpost" ("WP") heraus. Außer der "WAZ" sind alle Titel defizitär. Daher will die Gruppe in NRW 30 Mio Euro einsparen.

 

Bereits bekannt sind die Pläne der WAZ-Gruppe, einen "Content-Desk" in Essen einzurichten. Dieser soll in Zukunft die Mantelredaktionen von "WAZ", "NRZ" und "WR" bestücken. "WAZ"-Chefredakteur Ulrich Reitz erklärte im kress-Interview: "Wir stellen gerade die größte Mantelredaktion einer Regionalzeitung in Deutschland auf. Sie wird nicht so groß sein wie die Summe aller drei Mantelredaktionen, aber größer als die 'WAZ'-Redaktion, die 64 Redakteure im Mantel hat." Die betroffenen Titel "WAZ", "Westfälische Rundschau" und "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" behielten ihren "eigenständigen Auftritt, z. B. auf der Seite 1, in der Kommentierung oder im Regionalen" (kress.de vom 14. November 2008).

 

Am 4. Dezember schmiss Kathrin Lenzer, Chefredakteurin der "Westfälischen Rundschau" ihren Job hin. Ihr Nachfolger soll Malte Hinz werden, langjähriger Redakteur, Betriebsrat und Vorsitzender der Deutschen Journalistenunion in der Gewerkschaft verdi. Ein WAZ-Sprecher bestätigte am Donnerstagabend einen entsprechenden Bericht der "FAZ" (kress.de vom 4. Dezember 2008).

Christian Lohmüller

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