Die Bauer Verlagsgruppe firmiert zu Bauer Media Group um.

16.12.2008
 nk
 

Neuer Name, neues Food-Portal, Grosso-Schelte:  Bauer heißt jetzt Bauer Media Group Die Bauer Verlagsgruppe will ihre internationale Ausrichtung stärker betonen und  firmiert künftig unter dem Namen Bauer Media Group. Dazu passend ist der Umsatz im Ausland in diesem Jahr von 835 auf 877 Mio Euro gestiegen. Noch nicht enthalten sind etwa 400 Mio Euro Umsatz der britischen Tochter Bauer Media, ehemals Emap. Deren Zahlen sollen erst 2009 konsolidiert werden. Der Inlands-Umsatz fällt 2008 auf voraussichtlich 910 Mio Euro von 979 Mio Euro im Vorjahr. Dies ist auch auf die Einstellung von Titeln wie "Revue" zurückzuführen. Der Bauer-Gesamtumsatz liegt 2008 voraussichtlich bei 1,79 Mrd Euro nach 1,81 Mrd Euro im Vorjahr. Er sei für sein Familienunternehmen optimistisch, was die Zukunft angehe, sagte der Verleger Heinz Bauer (Foto), 69. Dennoch sei die Verlagsgruppe gegen die Auswirkungen der Finanzkrise "nicht immun": "Wir müssen die Kosten der Marktsituation anpassen". Was der Verlag fürs kommende Jahr plant - umblättern!

Neuer Name, neues Food-Portal, Grosso-Schelte:

 

Bauer heißt jetzt Bauer Media Group

Die Bauer Verlagsgruppe will ihre internationale Ausrichtung stärker betonen und  firmiert künftig unter dem Namen Bauer Media Group. Dazu passend ist der Umsatz im Ausland in diesem Jahr von 835 auf 877 Mio Euro gestiegen. Noch nicht enthalten sind etwa 400 Mio Euro Umsatz von der britischen Tochter Bauer Media, ehemals Emap. Deren Zahlen sollen erst 2009 konsolidiert werden. Der Inlands-Umsatz fällt 2008 auf voraussichtlich 910 Mio Euro von 979 Mio Euro im Vorjahr. Dies ist auch auf die Einstellung von Titeln wie "Revue" zurückzuführen. Der Bauer-Gesamtumsatz liegt 2008 voraussichtlich bei 1,79 Mrd Euro nach 1,81 Mrd Euro im Vorjahr. Er sei für sein Familienunternehmen optimistisch, was die Zukunft angehe, sagte der Verleger Heinz Bauer (Foto), 69. Dennoch sei die Verlagsgruppe gegen die Auswirkungen der Finanzkrise "nicht immun": "Wir müssen die Kosten der Marktsituation anpassen".

 

Dabei sind die Hamburger ohnehin schon Sparfüchse. Geschäftsleiter Andreas Schoo sagte: "Wir wollen effizienter bessere Zeitschriften machen. Wir sind deswegen dabei, das Unternehmen auf den Kopf zu stellen." Für das kommende Jahr kündigte er den Start eines Food-Portals im Internet an, das "man so in Europa kein zweites Mal finden" könne. Harte Worte richtete Schoo gegen das Presse-Grosso: es sei zwar "exzellent" wegen großer Vielfalt und dem System der Preisbindung, aber: "Eine Reduzierung ist notwendig. Einzelne Grossisten haben nicht ausreichend investiert. Wir beobachten einen schleichenden Verfall der Aktivität." 

 

Die Situation bei ProSiebenSat.1: "Genugtuung" 

 

"Ich wurde schon oft als rückständig bezeichnet, weil ich nicht jedem Trend hinterhergelaufen bin", sagte Bauer auf der Pressekonferenz seines Verlags in Hamburg. Jetzt zeige sich aber, dass die "Politik der ruhigen Hand" sich bewährt habe. "Mit Genugtuung" betrachte er die Entwicklung bei der TV-Sendergruppe ProSiebenSat.1, die Bauer einst kaufen wollte. "Manches wäre vielleicht anders gelaufen, wenn wir zum Zuge gekommen wären." Interesse an einer Übernahme der Gruppe hat Bauer nicht mehr: "Ich würde die Schulden des Unternehmens sicher nicht übernehmen."

 

Print bleibt Kerngeschäft der Bauer Media Group und auch das Logo bleibt das gleiche wie vor dem Namenswechsel. Man werde in die Qualität großer Printtitel investieren, gegebenenfalls neue Titel launchen und die jeweiligen Marktanteile verteidigen, so der Verleger. Die Zukunft sieht er in der konsequenten Konsolidierung - mit Bauer Media UK wird der Auslandsanteil bei etwa 70% des Umsatzes liegen.

 

Interesse an Zukäufen im Internet 

 

Die Neustrukturierung der Bauer Digital KG ist abgeschlossen und man werde im kommenden Jahr "die Früchte unserer Arbeit ernten", so Andreas Schoo. Zu dem angekündigten Start eines Food-Portals im Netz wollte er sich nicht weiter äußern. Man habe großes Interesse an Medien- und Transaktionsplattformen im Internet und werde möglicherweise zukaufen - der Markt wandele sich von einem Verkäufer- zu einem Käufermarkt.

 

Hart bleibt der Verlag in der Grosso-Diskussion. Das Grosso-System habe Staub angesetzt, sagte Schoo. 74 Unternehmen mit 150 Geschäftsführern bei einem Umsatz von 500 Mio. Euro - das sei nicht zeitgemäß. Man dränge auf eine Reduzierung der Grossisten und größere Effizienz.

 

Immer wieder ein Thema: Die Nachfolge 

 

Auf die Nachfolgereglung im Verlag angesprochen, sagte Bauer: "Ich hoffe als Vater sehr, dass eine oder vielleicht zwei meiner Töchter ihre Zukunft in unserem Familienunternehmen sehen." Bauer hat mit Gattin Gudrun ingesamt vier Töchter, die alle in unterschiedlichen Funktionen im Haus arbeiten.   

Christian Meier

 nk

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.