Vier Kandidaten für Kundrun-Nachfolge.

 

Carro, Kallen, Klein, Wiele: Vier Kandidaten für Kundrun-Nachfolge Im Rennen um die Nachfolge Bernd Kundruns an der Spitze von Gruner+Jahr (kress.de vom 24. Dezember 2008) ist schon in Kürze mit einer Entscheidung zu rechnen. Nach kress-Informationen hat Bertelsmann-Boss Hartmut Ostrowski Gespräche mit vier Kandidaten geführt. Aus Gütersloher Kreisen ist zu hören, dass es sich um Fernando Carro (Bertelsmann Direct Group), Paul-Bernhard Kallen (Hubert Burda Media), Torsten-Jörn Klein, 44 (Gruner+Jahr) und Andreas Wiele, 46 (Axel Springer) handelt. Möglicherweise ist ein Wechsel an der Spitze des größten Zeitschriftenverlags in Europa schon unmittelbar zur Jahreswende denkbar - Ostrowski hat sich in seinem ersten Jahr an der Spitze von Bertelsmann durch schnelle und konsequente Entscheidungen hervorgetan. Mehr zu den Kandidaten - bitte blättern!

Carro, Kallen, Klein, Wiele:

Vier Kandidaten
für Kundrun-Nachfolge

Im Rennen um die Nachfolge Bernd Kundruns an der Spitze von Gruner+Jahr(kress.de vom 24. Dezember 2008) ist schon in Kürze mit einer Entscheidung zu rechnen. Nach kress-Informationen hat Bertelsmann-Boss Hartmut Ostrowski Gespräche mit vier Kandidaten geführt. Aus Gütersloher Kreisen ist zu hören, dass es sich um Fernando Carro (Bertelsmann Direct Group), Paul-Bernhard Kallen (Hubert Burda Media), Torsten-Jörn Klein, 44 (Gruner+Jahr) und Andreas Wiele, 46 (Axel Springer) handelt. Möglicherweise ist ein Wechsel an der Spitze des größten Zeitschriftenverlags in Europa schon unmittelbar zur Jahreswende denkbar - Ostrowski hat sich in seinem ersten Jahr an der Spitze von Bertelsmann durch schnelle und konsequente Entscheidungen hervorgetan. 

 

Paul-Bernhard Kallen ist Vorstand für Technologie, Finanzen und Internationales bei Burda. Erst vor kurzem übernahm er nach dem Abgang von Christiane zu Salm aus dem Burda-Vorstand gemeinsam mit Philipp Welte die Verantwortung für die Burda Direct Group. Kallen kam 1996 von der Unternehmensberatung McKinsey zu Burda und war u.a. für das Digitalgeschäft verantwortlich.

 

Andreas Wiele ist bei Springer zweiter Mann hinter Vorstandschef Mathias Döpfner und für die Cash-Cow des Verlags, die "Bild"-Gruppe, sowie das Zeitschriftengeschäft verantwortlich. Er startete seine Karriere als Redakteur bei der "Hamburger Morgenpost" und war Vorstands-Assistent bei G+J, für die er in der Folge in Frankreich und den USA tätig war. Im Jahr 2000 wechselte er zu Springer.

 

Für beide externe Kandidaten dürfte gelten, dass sie an langfristige Verträge gebunden sind. Weder Hubert Burda noch Mathias Döpfner werden vermutlich freiwillig und kurzfristig auf ihre Top-Manager verzichten wollen. Was eine interne Besetzung wahrscheinlicher macht - und für G+J ohnehin die bessere Lösung wäre.

 

Torsten-Jörn Klein ist seit Anfang 2004 Vorstandsmitglied bei G+J und dort für das Auslandsgeschäft verantwortlich. Unter seiner Ägide wurden Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert - dazu kam beispielsweise die Erschließung des extrem profitablen China-Marktes. Klein startete seine Karriere beim Buchclub und war u.a. Geschäftsführer des Berliner Verlags. G+J-intern hat er den Vorzug vor Inlands-Vorstand Bernd Buchholz bekommen, der mit seiner hemdsärmeligen Art nicht bei allen Kollegen in der Branche gut ankommt.

 

Der gebürtige Spanier Fernando Carro, 44, ist wie Klein ein Bertelsmann-Gewächs und seit vergangenem Jahr nach dem Ausscheiden von Ewald Walgenbach für die Direct Group in Europa und Asien verantwortlich. Zuvor verantwortete er die Buchclubs von Bertelsmann in Zentral- und Westeuropa. Ursprünglich kommt Carro aus der Fachverlagssparte von Bertelsmann. Einen Vorstandsposten bekleidet er, anders als seine Mitbewerber, nicht. Zurzeit dürfte der Spanier damit beschäftigt sein, die Direct Group verkaufsfertig zu trimmen.

 

Die Enttäuschung bei Noch-Chef Bernd Kundrun, 51, der seit rund 25 Jahren bei Bertelsmann arbeitet, dürfte indes groß sein. Er war zuletzt bei Hartmut Ostrowski in Ungnade gefallen. Nachdem publik geworden war, dass es Kontakte zwischen Kundrun und der Sendergruppe ProSiebenSat.1 gegeben hatte,  war aus Gütersloh kein klares Wort pro Kundrun zu hören. Ein Streit über den Start der Frauenzeitschrift "Laviva" schwelt noch: Kundrun sah in dem von der Bertelsmann-Tochter Medienfabrik Gütersloh für die Rewe-Gruppe produzierten Magazin einen Verstoß gegen ein Wettbewerbsverbot zwischen den Bertelsmann-Töchtern (kress.de vom 27. Dezember 2008). Nun ist sein Abgang nur noch eine Frage von wenigen Tagen.

 

Christian Meier 

 

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