Zu dünne Luft auf dem Print-Parkett: Springer spart sich "Yam".

18.01.2009
 nic
 

Zu dünne Luft im Print-Markt:   Springer spart sich "Yam" Jetzt ist auch bei Axel Springer der Rotstift von Nöten: Der Hamburger Verlag stellt seine Jugendzeitschrift "Yam" (erscheint bei der Tochter Axel Springer Mediahouse München) mit sofortiger Wirkung ein. Dies hat Springer-Sprecher Dirk Meyer-Bosse gegenüber kress auf Anfrage bestätigt. Bei dem monatlichen Print-Titel kam die Auflage auch nach der Neu-Positionierung im Frühjahr 2008 kaum auf einen grünen Zweig. Man glaube nach wie vor fest an die Marke "Yam", so Meyer-Bosse zu kress, allerdings habe sich in der mehrmonatigen Testphase nach dem Relaunch herausgestellt, dass die "Yam" ihre Zielgruppe vorrangig im Internet ("yam.de") finde. Was mit dem Personal passiert - umblättern.

Zu dünne Luft im Print-Markt:

 

Springer spart sich "Yam"

Jetzt ist auch bei Axel Springer der Rotstift von Nöten: Der Hamburger Verlag stellt seine Jugendzeitschrift "Yam" (erscheint bei der Tochter Axel Springer Mediahouse München) mit sofortiger Wirkung ein. Dies hat Springer-Sprecher Dirk Meyer-Bosse gegenüber kress auf Anfrage bestätigt. Bei dem monatlichen Print-Titel kam die Auflage auch nach der Neu-Positionierung im Frühjahr 2008 kaum auf einen grünen Zweig. Man glaube nach wie vor fest an die Marke "Yam", so Meyer-Bosse zu kress, allerdings habe sich in der mehrmonatigen Testphase nach dem Relaunch herausgestellt, dass "Yam" ihre Zielgruppe vorrangig im Internet ("yam.de") finde.

 

Im Mai 2008 positionierte Springer die im Jahr 2000 gestartete "Yam" radikal um - monatliche statt wöchentliche Erscheinungsweise, zudem verschoben die Macher ihren Fokus auf ein etwas älteres Publikum (kress.de vom 9. Januar 2008). Zu Boom-Zeiten verkaufte der Titel über 370.000 Exemplare, bei der letztmaligen IVW-Meldung im 4. Quartal 2007 lag die verkaufte Auflage nur noch bei knapp 107.000 Exemplaren. Im Jahr 2008 hat Springer für seinen neu-positionierten Titel keine Verkaufs-Daten mehr an die IVW geliefert. Aber offenbar hat auch die neue Print-"Yam" die wirtschaftlichen Hoffnungen der Springer-Oberen enttäuscht - die ruhen nun auf dem Webableger "yam.de".

 

Mitarbeiter: "Kleine einstellige Zahl" muss gehen

 

Einige der betroffenen Print-Redakteure werden daher künftig in die Online-"Yam"-Welt wechseln, andere sollen dagegen voraussichtlich bei den übrigen jugendlichen Titeln innerhalb der zuständigen Verlagstochter Axel Springer Mediahouse München (u.a. "Popcorn", "Mädchen", "Jolie") unterkommen. Die Entlassung einiger Mitarbeiter, Pressesprecher Meyer-Bosse spricht von einer "kleinen einstelligen Zahl", ist aber offenbar unvermeidlich. Chefredakteur Norbert Lalla ist ebenfalls Chef beim Schwestertitel "Popcorn" und wird sich künftig wieder auf diesen Posten beschränken. Oberhand für die Online-Aktivitäten hat seit Anfang 2007 Doris Wiedemann, Verlagsleiterin New Media in München.

 

"yam.de" soll die Fahne hochhalten

 

Der Schritt setze eine konsquente Digitalisierungsstrategie des Verlags um, die habe sich bei anderen Titeln der Münchner Tochter bereits gut bewährt - allerdings schlagen sich diese auch im Print-Markt besser als "Yam". Den Webauftritt der "Mädchen" haben die Springers im Mai 2008 ins Web 2.0 gehievt (kress.de vom 6. Mai 2008). Der "Jolie"-Online-Ableger wurde bereits 2007 generalüberholt, vor Kurzem gab es einen Rebrush (kress.de vom 20. Oktober 2008) obendrauf. Beide Angebote haben in den zurückliegenden Monaten laut IVW bei Besuchen und Seitenaufrufen merklich zugelegt. Bisher ist "yam.de" im verlagsinternen Ranking, erst recht aber im Vergleich mit Konkurrenten wie "bravo.de", noch keine große Nummer im Online-Geschäft.

 

Döpfner im November: Keine "Abrissbirne" bei Springer

 

Schon auf der vergangenen Bilanzpressekonferenz legte Springer-Chef Mathias Döpfner viel Wert auf seine Digital-Strategie, gab sich damals allerdings auch noch zuversichtlich, auf Personalkürzungen und Titeleinstellungen verzichten zu können. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte Döpfner im November mit Blick auf die Finanzkrise. Mit der "Abrissbirne" (wie sie etwa in anderen Verlagshäusern eingesetzt wird) werde er in seinem Haus nicht zu Werke gehen (kress.de vom 12. November 2008).

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