Horror-Nachricht von Condé Nast: "Vanity Fair" wird eingestellt.

18.02.2009
 

Horror-Nachricht von Condé Nast:  "Vanity Fair" wird eingestellt Condé Nast stellt die deutsche "Vanity Fair" mit sofortiger Wirkung ein. Ende vergangenen Jahres war bereits Condé-Nast Deutschland-Chef Bernd Runge zurückgetreten (kress.de vom 1. Dezember 2008). Jonathan Newhouse hatte daraufhin eine knallharte Bestandsgarantie für "Vanity Fair" abgegeben. Nun kommt doch das Aus: Vermutlich haben die hohen Kosten der ambitionierten Zeitschrift das Genick gebrochen. Die Finanzkrise und die damit ausbleibenden Werbeumsätze dürften einen großen Anteil haben. Die Einstellung reiht sich ein in die Einstellung solcher Titel wie "Park Avenue“, "Tomorrow“ oder "Young“. Das Signal an die Branche ist desaströs. Die Erklärung von Jonathan Newhouse und mehr Hintergründe zur Einstellung von "VF" nach dem Umblättern!

Horror-Nachricht von Condé Nast:

 

"Vanity Fair" wird eingestellt

Condé Nast stellt die deutsche "Vanity Fair" mit sofortiger Wirkung ein. Ende vergangenen Jahres war bereits Condé-Nast Deutschland-Chef Bernd Runge zurückgetreten (kress.de vom 1. Dezember 2008). Jonathan Newhouse hatte daraufhin eine knallharte Bestandsgarantie für "Vanity Fair" abgegeben. Nun kommt doch das Aus: Vermutlich haben die hohen Kosten der ambitionierten Zeitschrift das Genick gebrochen. Die Finanzkrise und die damit ausbleibenden Werbeumsätze dürften einen großen Anteil haben. Die Einstellung reiht sich ein in die Einstellung solcher Titel wie "Park Avenue“, "Tomorrow“ oder "Young“. Das Signal an die Branche ist desaströs. 

 

Condé Nast hatte die deutsche Ausgabe des US-Erfolgstitels im Februar 2007 mit großem Tamtam gestartet. Bernd Runge hatte damals vom "letzten großen Print-Abenteuer“ gesprochen. Das Abenteuer hat nun den schlechtmöglichsten Ausgang genommen. Von der Einstellung dürften etwa 80 Mitarbeiter betroffen sein.

 

Jonathan Newhouse in einer Erklärung: "Es ist ein Schock, wenn ein exzellentes Magazin eingestellt werden muss. Das gilt besonders für ,Vanity Fair Deutschland‘.“ Noch vor elf Wochen habe er öffentlich erklärt, Condé Nast werde das Magazin weiter herausgeben. "Aber die Welt verändert sich blitzschnell und in einer Art und Weise, die keine Vorbereitung zulässt. Die globale Wirtschaft steckt in einer Krise historischen Ausmaßes. Medienunternehmen stehen vor sehr ernsten Herausforderungen….In einem normalen Geschäftsklima hätten wir ,Vanity Fair’ weiter veröffentlicht. Unter den heutigen düsteren Bedingungen ist das unmöglich geworden.“ Newhouse schließt seine Erklärung mit dem Satz: "We did our best.“  

 

Das größte Risiko der Operation “Vanity Fair” war von Beginn an die wöchentliche Erscheinungsweise. Ein “neues Magazin für ein neues Deutschland” in der Hochglanz-Qualität von "Vanity Fair“-USA erschien wie die Quadratur des Kreises – und sollte es auch bleiben. In der Praxis gelang es nie, den hohen Standard der US-Vorlage zu liefern. Gleichzeitig wurde eine erfolgreiche Positionierung wie in Italien, wo "Vanity Fair“ ebenfalls wöchentlich erscheint, gleichermaßen nicht erreicht. Im vierten Quartal 2008 wies die IVW für die deutsche "Vanity Fair" knapp 200.000 Verkaufte aus.

 

Es ist wahrscheinlich, dass "Vanity Fair“ auch mit Bernd Runge an der Spitze von Condé Nast Deutschland eingestellt worden wäre. Ob "VF“-Chefredakteur Nikolaus Albrecht etwas geahnt hat? Vor wenigen Wochen ließ er verkünden, dass er zum Jahresende als Korrespondent für "Vogue“ und "Vanity Fair“ nach New York geht (kress.de vom 22. Januar 2009). Für einen Titel kann er nun immerhin noch aus dem Big Apple berichten. 

 

Noch vor kurzem wurde ein Nachfolger für Albrecht von einer Personalagentur in Paris gesucht. Nach kress-Informationen wurden namhafte deutsche Chefredakteure für den Job angesprochen und mit einem Gehalt von 1 Mio Euro geködert. Doch niemand biss an.

 

Zu Recht, wie sich jetzt herausstellte. "Jeder in der Branche wusste, das ,Vanity Fair‘ eingestellt werden muss“, so ein Verlagsmanager, der nicht namentlich genannt werden möchte, zu kress

Christian Meier 

 

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