"Nido" im kress-Check: Nicht von schlechten Eltern.

16.04.2009
 nk
 

"Nido" im kress-Check:  Nicht von schlechten Eltern Guter Sex trotz kleiner Kinder, Spielzeugvergleich, Haus kaufen oder mieten - das sind einige Themen aus Gruner + Jahrs neuem Elternmagazin "Nido", das ab dem 17. April am Kiosk liegt. Das Baby von "Neon"-Chefredakteur Timm Klotzek (kress.de vom 20. Februar 2009) richtet sich an gut betuchte Eltern mit Kindern im Vorschulalter. Ratgeberthemen wie "Was mache ich gegen Ausschlag am Babypopo?" sind in dem Heft nicht zu finden - die bleiben dem hauseigenen Titel "Eltern" vorbehalten. "Nido" will ein General-Interest-Heft sein, aber dabei die Welt aus der Perspektive von Eltern betrachten. Und zwar von Großstadteltern mit ausgeprägten Sinn für Ästhetik und viel Kohle. Das Magazin ist optisch sehr ansprechend: verspieltes Layout mit vielen Info-Kästchen und unterschiedlicher Typo, großzügige Bilderstrecken - ein wenig erinnert das Heft an "Neon". Bei den Anzeigenkunden kam das Heft gut an - zum Auftakt hat es 24 bezahlte Anzeigenseiten - und kress hat's auch gefallen. Eine Bildergalerie finden Sie nach dem Umblättern!

"Nido" im kress-Check:

 

Nicht von schlechten Eltern

Nido Guter Sex trotz kleiner Kinder, Spielzeugvergleich, Haus kaufen oder mieten - das sind einige Themen aus Gruner + Jahrs neuem Elternmagazin "Nido", das ab dem 17. April am Kiosk liegt. Das Baby von "Neon"-Chefredakteur Timm Klotzek (kress.de vom 20. Februar 2009) richtet sich an gut betuchte urbane Eltern mit Kindern im Vorschulalter. Ratgeberthemen wie "Was mache ich gegen Ausschlag am Babypopo?" sind in dem Heft nicht zu finden - die bleiben dem hauseigenen Titel "Eltern" vorbehalten. "Nido" will ein General-Interest-Heft sein, aber dabei die Welt aus der Perspektive von Eltern betrachten. Und zwar von Großstadteltern mit ausgeprägten Sinn für Ästhetik und viel Kohle. Das Magazin ist optisch sehr ansprechend: Verspieltes Layout mit vielen Info-Kästchen und unterschiedlicher Typo, großzügige Bilderstrecken - ein wenig erinnert das Heft an "Neon". Bei den Anzeigenkunden kam das Heft schon mal gut an: 24 voll bezahlte Anzeigenseiten kann die Erstausgabe vorweisen - 20 hätten auch gereicht, so "stern"-Geschäftsführer Thomas Lindner.

 

Der Verlag hat namhafte Autoren und Fotografen ins Boot geholt und mal eben ein Fotografen-Ehepaar mit Kindern auf Weltreise geschickt. Der Themenmix ist abwechslungsreich: Neben der Adoptionsgeschichte aus Kolumbien steht das Allerweltsthema "Ich will wieder arbeiten", für den politischen Touch sorgt "stern"-Vize Uli Jörges mit einer Kolumne. Anzeigenkunden werden mit Modestrecke und Einrichtungsgeschichte angelockt - im ersten Heft inserieren u.a. Ikea und Marc O'Polo. Damit die jungen Eltern nicht den kulturellen Anschluss verlieren, gibt's die üblichen Film-, Musik- und Buchtipps und ein Interview mit Nora Tschirner - obwohl die Schauspielerin (noch) kinderlos ist.

 

Timm Klotzek

"Nido" ist aufwändig gemacht und bietet guten Magazin-Journalismus. Es strahlt den von Klotzek (Foto) erfundenen "Lebensgefühl-Journalismus" aus, der "Neon" bereits eine durchschnittliche Auflage von über 200.000 verkaufte Exemplaren einbringt. "Die Idee zum Heft kam aus dem Bauch, war blattmacherische Intuition", so Klotzek über "Nido". Bei "Neon" hat Klotzeks Bauchgefühl einen Hit produziert, bei "Nido" erscheint das ebenfalls möglich. Allerdings könnte die Anzeigenkrise G+J einen Strich durch die Rechnung machen. Lindner bleibt aber zuversichtlich: "An 'Nido' wird im Kopfe schon seit drei Jahren gearbeitet. Und die Tatsache, dass wir 'Nido' jetzt auf den Markt bringen zu diesem Zeitpunkt, zeigt auch, dass wir ein großes Vertrauen sowohl in die Macher haben als auch in das Produkt selbst. Also, der Verkäufer in mir sagt, das Ding läuft."

 

Am Kiosk würde Klotzek das Magazin am liebsten neben dem "stern" liegen sehen. Dabei dürfte das "stern"-Logo auf dem Titel helfen, das "Nido" ebenso wie "Neon" als Line-Extension ausweist. Von der Erstausgabe möchte G+J gern 60.000 bis 70.000 Exemplare verkaufen, die Druckauflage liegt bei 200.000. Ins Marketing investiert das Verlagshaus rund 1 Mio Euro brutto, u.a. in Print-Anzeigen, Außenwerbung und PoS-Maßnahmen. Die nächste Ausgabe erscheint im Herbst, danach wird entschieden, ob das Heft weiter geführt wird. Das Ziel ist eine monatliche Erscheinungsweise 2010, denkbar ist auch ein Zwischenschritt mit quartalsweiser Erscheinungsweise. Beim Konkurrenz-Produkt "Wir" der "Süddeutschen Zeitung" ging der Versuch leider daneben: das Heft wurde nach der Erstausgabe erstmal auf Eis gelegt (kress.de vom 1. März 2009).

 

Der Online-Auftritt "nido.de" kommt noch recht spartanisch daher. Er bietet mehr eine Ergänzung zum Heft als ein eigenständiges Produkt. Auf der Seite gibt's u.a. weitere Fotos zur Weltreise-Geschichte und die Hörbuch-Version der Kindergeschichte von Moritz von Uslar aus dem Heft.

 

Aber genug der Worte: Sehen Sie selbst und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung! Im PLUS-Teil gibt's eine Vorschau auf das erste "Nido".

nk

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