Jetzt offiziell: dpa zieht mit Redaktion nach Berlin.

 

Jetzt offiziell: dpa-Redaktion zieht nach Berlin Es ist offiziell: Die Zentralredaktion der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat ihren Sitz künftig in Berlin statt in Hamburg (kress.de vom 11. Februar 2009). Das beschloss der Aufsichtsrat der Nachrichtenagentur am Dienstag. Angestrebt sei ein Umzug in der ersten Hälfte des Jahres 2010, heißt es in Hamburg. Noch unklar sei jedoch, ob sich das auch realisieren lasse. Bisher verteilte sich die  Zentralredaktion auf drei Standorte - Basisdienst Text sowie Grafik, Internet- und Mobildienste in Hamburg, Bild in Frankfurt am Main und Poitik Deutschland plus Audio- und Videoteam in Berlin. Nun soll eine Bündelung der Redaktion für mehr Effizienz sorgen und die "Zukunftsfähigkeit der Agentur" sichern, wie es Geschäftsführer Malte von Trotha in einer Pressemitteilung ausdrückte. „Im sechzigsten Jahr ihres Bestehens sieht sich die dpa tiefgreifenden Herausforderungen gegenüber, die wir mit dieser Entscheidung werden meistern können“, sagte Chefredakteur Wilm Herlyn (Foto). Der scheidet Ende des Jahres nach knapp 19 Jahren aus, ihm folgt "Spiegel Online"-Chefredakteur Wolfgang Büchner (kress.de vom 2. April 2009). Der Deutsche Journalisten-Verband in Hamburg reagierte mit "Enttäuschung und Sorge" auf die Entscheidung. Mehr - bitte blättern!

Jetzt offiziell:

 

dpa-Redaktion zieht nach Berlin

Esist offiziell: Die Zentralredaktion der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat ihren Sitz künftig in Berlin statt in Hamburg (kress.de vom 11. Februar 2009). Das beschloss der Aufsichtsrat der Nachrichtenagentur am Dienstag. Angestrebt sei ein Umzug in der ersten Hälfte des Jahres 2010, heißt es in Hamburg. Noch unklar sei jedoch, ob sich das auch realisieren lasse. Bisher verteilte sich die  Zentralredaktion auf drei Standorte - Basisdienst Text sowie Grafik, Internet- und Mobildienste in Hamburg, Bild in Frankfurt am Main und Poitik Deutschland plus Audio- und Videoteam in Berlin. Nun soll eine Bündelung der Redaktion für mehr Effizienz sorgen und die "Zukunftsfähigkeit der Agentur" sichern, wie es Geschäftsführer Maltevon Trotha in einer Pressemitteilung ausdrückte. "Im sechzigsten Jahrihres Bestehens sieht sich die dpa tiefgreifenden Herausforderungen gegenüber, die wir mit dieser Entscheidung werden meistern können“, sagte Chefredakteur Wilm Herlyn (Foto). Der scheidet Ende des Jahres nach knapp 19 Jahren aus, ihm folgt "Spiegel Online"-Chefredakteur Wolfgang Büchner (kress.de vom 2. April 2009 ). Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Hamburg reagierte mit "Enttäuschung und Sorge" auf die Entscheidung.

 

"Die betroffenen Redakteure haben bis heute nicht verstanden, warum die dpa nur in Berlin zukunftsfähig sein soll. An einer überzeugenden journalistischen Begründung fehlt es", sagte die DJV-Landesvorsitzende Marina Friedt in einer Stellungnahme. Der Verband befürchtet ein "unkalkulierbares wirtschaftliches Risiko". Wahrscheinlicher ist indes, dass der DJV Hamburg mit dieser Position Standortpolitik betreibt. Die Berlin-Frage stellt sich bei dpa schon seit einigen Jahren und ist wegen der Zersplitterung der Redaktionen inhaltlich durchaus zu vertreten und sinnvoll. Hamburg bleibt Sitz der Unternehmensgruppe und der Dienstleistungen des Unternehmens, das im Besitz einer Vielzahl deutscher Medienunternehmen ist. Chef des Aufsichtsrates ist zurzeit Karlheinz Röthemeier, Geschäftsführer des "Wiesbadener Kuriers". Trotzdem ist der angekündigte Umzug der Redaktion ein weiterer Schlag für die Hamburger Medienpolitiker, die schon die Redakteure der "Bild"-Zeitung ziehen lassen mussten.

 

In den kommenden Monaten soll das Konzept der neuen Zentrale und der Standort geklärt werden, kündigte die dpa an. Mit der Suche nach einer Immobilie geht es los, gleichzeitig wird ein Projektteam "Zentrale dpa-Redaktion" seine Arbeit aufnehmen. Alle Schritte sollen "transparent sein", hieß es gegenüber den Mitarbeitern. Die Operation Umzug wird dabei wahrscheinlich nicht nur von reinen Qualitätskriterien getrieben und entschieden - obwohl die dpa-Gruppe profitabel ist, schreibt das Kerngeschäft der Nachrichtenvermittlung rote Zahlen. Sinkende Auflagen der Tageszeitungen, die zu den Hauptkunden der dpa gehören, senken Umsätze und Einnahmen. Zuletzt hatte die WAZ-Gruppe die Dienste der Agentur abbestellt. Andere Verlage hatten in den vergangenen Jahren gekündigt, waren aber größtenteils zu dpa zurückgekehrt.

 

Arbeitsrechtliche Fragen könnten erst geklärt werden, wenn ein konkretes Konzept vorliege, wurde den Mitarbeitern erklärt. Denn, davon ist auszugehen: Nicht alle dpa-Redakteure werden umziehen wollen. Ob es einen Stellenabbau geben wird, ist noch unklar, aber nicht ausgeschlossen. "Wir streben eine schlanke, schlagkräftige Organisation an. Wenn sich bei der Umsetzung die Möglichkeit ergibt, effizienter zu werden, werden wir sie nutzen", hieß es in einer internen Stellungnahme. Klar sei aber auch, dass gerade der Umzug "mehr als jede andere Maßnahme" der Arbeitsplatzsicherung diene. 

 

Mit neuen Diensten wie Bewegtbild-Nachrichten tut sich dpa bis heute schwer, der Markt ist weitgehend durch Reuters besetzt. In einem Interview mit der "Süddeutschen" sagte Herlyn im Februar: "Natürlich wird es immer schwieriger, mit Nachrichten Geld zu verdienen,weil diese Ware inzwischen überall wohlfeil zu erhalten ist. Das Agenturprinzip - einer für alle - ist beinahe überholt." Die dpa müsse sich zu einem "Systemanbieter" wandeln.

Christian Meier

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