Fallpauschale statt Zeilengeld: "Nordkurier" schreibt Aufträge für Freie im Internet aus.

08.05.2009
 cl
 

Fallpauschale statt Zeilengeld: "Nordkurier" schreibt Aufträge für Freie im Internet aus Die Tageszeitung "Nordkurier" setzt bei der Auftragsvergabe unter freien Mitarbeitern künftig auf das Internet. Doch ein Wettbieten der Freien um Aufträge sei ausgeschlossen, wie Lutz Schumacher, der Geschäftsführer des Kurierverlags, gegenüber kress betonte. Die "SZ" (Freitagsausgabe) bezeichnete das neue System des "Nordkurier" als "eine Art Online-Börse", auf der die Freien ein Honorargebot abgeben können. Dem entgegnet Schumacher, dass das Honorar vorher feststehe. Diese Fallpauschale, die sich im Bereich von 10 Euro aufwärts bewege, ist tatsächlich neu. Vor der Reform, die seit einem Monat greift, zahlte der "Nordkurier" Zeilengeld. Wie die "SZ" weiter berichtet, müssten die Freien einer "Rahmenvereinbarung über die Freie Mitarbeit" zustimmen, um an der Ausschreibung der Aufträge teilzunehmen. Teil des Regelwerks ist der Abtritt sämtlicher Urheber- und Leistungsschutzrechte an die Zeitung - auch der Foto-Negative. Die Möglichkeit einer Zweitverwertung der Fotos und Texte wird den Freien mit dieser Klausel genommen. Eine Praxis, die bei festangestellten Mitarbeitern üblich ist, nicht jedoch bei freien. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, befürchtet laut "SZ" die "Vernichtung des Berufsstandes der freien Journalisten". Wie Schumacher die Folgen der Reform für die Freien beurteilt - umblättern.

Fallpauschale statt Zeilengeld:

"Nordkurier" schreibt Aufträge
für Freie im Internet aus

Die Tageszeitung "Nordkurier" setzt bei der Auftragsvergabe unter freien Mitarbeitern künftig auf das Internet. Doch ein Wettbieten der Freien um Aufträge sei ausgeschlossen, wie Lutz Schumacher, der Geschäftsführer des Kurierverlags, gegenüber kress betonte. Die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagsausgabe) bezeichnete das neue System des "Nordkuriers" als "eine Art Online-Börse", auf der die Freien ein Honorargebot abgeben können. Dem entgegnet Schumacher, dass das Honorar vorher feststehe. Diese Fallpauschale, die sich im Bereich von 10 Euro aufwärts bewege, ist tatsächlich neu. Vor der Reform, die seit einem Monat greift, zahlte der "Nordkurier" Zeilengeld. Wie die "SZ" weiter berichtet, müssten die Freien einer "Rahmenvereinbarung über die Freie Mitarbeit" zustimmen, um an der Ausschreibung der Aufträge teilzunehmen. Teil des Regelwerks ist der Abtritt sämtlicher Leistungsschutzrechte an die Zeitung - auch der Foto-Negative. Die Möglichkeit einer Zweitverwertung der Fotos und Texte wird den Freien mit dieser Klausel genommen. Eine Praxis, die bei festangestellten Mitarbeitern üblich ist, nicht jedoch bei freien. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Michael Konken, befürchtet laut "SZ" die "Vernichtung des Berufsstandes der freien Journalisten".

 

Schumacher sieht die Lage weit weniger dramatisch: Die Online-Jobbörse sei ein "zeitgemäßes" Modell zur Organisation journalistischer Arbeit. Ohnehin habe der "Nordkurier" nur wenig professionelle Freie, die von ihrer Arbeit leben müssten. Die meisten Freien seien "Schüler, pensionierte Lehrer und Hausfrauen". Von den rund 2.000 freien Mitarbeitern würden lediglich 10 bis 20 ihren Lebensunterhalt mit den Aufträgen bestreiten, so Schumacher gegenüber kress. Mit diesen habe man gesonderte Verträge ausgehandelt. Weder diese professionellen Freien noch die Hobby-Schreiber müssten finanzielle Einbußen befürchten, denn "unser Honoraretat besteht aus circa einer Million Euro im Jahr - daran wird sich nichts ändern".

 

Auch den Abtritt der Rechte an den "Nordkurier" sieht Schumacher gelassen: Es gebe keine "Terminexklusivität". Die freien Mitarbeiter könnten zwar nicht ein und dasselbe Foto dem "Nordkurier" und einem anderen Abnehmer zukommen lassen, doch ein ähnliches Bild könne durchaus anderen Auftraggebern verkauft werden. Gleiches gelte für die Texte. 

 

Die Auflage des "Nordkurier", der in Mecklenburg-Vorpommern erscheint, sinkt seit Jahren. Dem versucht Schumacher mit immer neuen Restrukturierungen Herr zu werden, zuletzt mit einer gemeinsame Mantelredaktion für den "Nordkurier" und die "Schweriner Volkszeitung" (kress.de vom 9. Januar 2009). Doch die jüngsten Maßnahmen bei der Zusammenarbeit mit den Freien zählten nicht dazu, so Schumacher. 

cl

 cl

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.