1,3 Mio Euro für Lobby-Arbeit: Deutsche Bahn gibt verdeckte PR zu.

28.05.2009
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Der PR-Skandal und die Folgen:  Bahn zieht Klein-Bölting aus dem Verkehr Ralf Klein-Bölting (Foto), 46, Generalbevollmächtigter für Marketing und Kommunikation bei der Deutschen Bahn, muss das Unternehmen verlassen. Das meldet die dpa unter Berufung auf "Unternehmenskreise". Klein-Bölting werden offenbar verdeckte PR-Maßnahmen zur Last gelegt, die Bahnchef Rüdiger Grube am Mittwoch publik gemacht hatte: Die Bahn räumte ein, 2007 sogenannte "no badge"-Aktivitäten betrieben zu haben. Dazu zählen u.a. vorgefertigte Medienberichte, Leserbriefe, Beiträge in Internetforen und Blogs sowie Meinungsumfragen, bei denen der Urheber bzw. Auftragsgeber verdeckt blieben. Thematisch ging es damals um den geplanten Börsengang der DB sowie den Lokführerstreik. Insgesamt legte die DB dafür 1,3 Mio Euro auf den Tisch. Laut dem "Spiegel" war über einen Subauftrag auch Allendorf Media an den verdeckten PR-Maßnahmen beteiligt. Die  Agentur suchte demnach gezielt Prominente wie Barbara Eligmann und Hans Meiser, die sich positiv über die Bahn äußerten. Auch in Internetforen und Blogs habe die Agentur bezahlte Meinungsmache betrieben. Mehr Details - umblättern!

Der PR-Skandal und die Folgen:

 

Bahn zieht Klein-Bölting aus dem Verkehr

Ralf Klein-Bölting (Foto), 46, Generalbevollmächtigter für Marketing und Kommunikation bei der Deutschen Bahn, muss das Unternehmen verlassen. Das meldet die dpa unter Berufung auf "Unternehmenskreise". Klein-Bölting werden offenbar verdeckte PR-Maßnahmen zur Last gelegt, die Bahnchef Rüdiger Grube am Mittwoch publik gemacht hatte: Die Bahn räumte ein, 2007 sogenannte "no badge"-Aktivitäten betrieben zu haben. Dazu zählen u.a. vorgefertigte Medienberichte, Leserbriefe, Beiträge in Internetforen und Blogs sowie Meinungsumfragen, bei denen der Urheber bzw. Auftragsgeber verdeckt blieben. Thematisch ging es damals um den geplanten Börsengang der DB sowie den Lokführerstreik. Insgesamt legte die DB dafür 1,3 Mio Euro auf den Tisch.

 

Die Initiative LobbyControl machte die Deutsche Bahn am 19. Mai auf die Praktiken aufmerksam, so der Konzern. Am 20. Mai habe der frisch gebackene DB-Vorstandsvorsitzende Grube die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG auf den Fall angesetzt. Er beteuert in einer Mitteilung: "Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab. Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar."

 

Grube will "umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen, um auch hier den zugesagten Neubeginn in der Unternehmenskultur zu dokumentieren." Die verdeckte Werbung fällt unter die Ägide seines Vorgängers Hartmut Mehdorn, der über eine Datenaffäre stolperte und Ende März seinen Hut nahm.

 

DJV: "Handfester Skandal"

 

Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) fordert, diese "Manipulation der Öffentlichkeit" strafrechtlich zu ahnden. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein handfester Skandal", so der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Die damals zuständigen Bahn-Mitarbeiter dürften "keinesfalls weiterhin als Ansprechpartner der Journalisten fungieren", so der Verband.

 

Agentur dementiert verdeckte PR-Aktion für die Bahn

 

Details: Wie die Initiative LobbyControl mitteilt, beauftragte die DB die Lobby-Agentur European Public Policy Advertisers GmbH (EPPA), die wiederum die Denkfabrik berlinpolis e.V. mit den PR-Maßnahmen betraute. LobbyControl begrüßt zwar die schriftliche Stellungnahme der Bahn, bezeichnet sie aber als "in vielen Punkten vage". Vor dem Hintergrund des akutellen Falls fordert die Initiative die Politik auf, ein verpflichtendes Lobbyistenregister einzuführen, das für mehr Transparenz sorgen soll.  berlinpolis und GPRA-Präsident Alexander Güttler setzen sich derweil - wie der "PR Report" meldet - gegen die Vorwürfe zur Wehr.

 

"Spiegel": Subauftrag an Allendorf Media

 

Laut dem "Spiegel" war über einen Subauftrag auch Allendorf Media an den verdeckten PR-Maßnahmen beteiligt. Die  Agentur suchte demnach gezielt Prominente wie Barbara Eligmann und Hans Meiser, die sich positiv über die Bahn äußerten. Auch in Internetforen und Blogs habe die Agentur bezahlte Meinungsmache betrieben.

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